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Forenexperte: Dr. Dirk Hennesser
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Chemotherapie und ihre NebenwirkungenHaarausfallStand: 28. Januar 2011Autor: Onmeda-Redaktion Für viele Menschen, vor allem für Frauen, ist eine häufige Nebenwirkung der Chemotherapie ein besonderes Problem: Der Haarausfall (Alopezie). Er verstärkt nicht nur das Gefühl, an einer lebensbedrohlichen Erkrankung zu leiden, sondern macht diese auch für die Umgebung sichtbar. Das Gefühl des "Andersseins"oder "Hässlichwerdens" durch die Krankheit beeinträchtigt manche Betroffenen sehr und kann sie in die soziale Isolation führen. Nicht selten kommt es durch die Angst vor Haarausfall zu Nachlässigkeit bei der Medikamenteneinnahme oder gar zu einem Abbruch der Therapie. Die Zellen, die das Haar in der Kopfhaut verankern, teilen sich – wie Krebszellen auch – sehr schnell und werden somit durch die Medikamente einer Chemotherapie (Zytostatika) angegriffen. Meist schreitet der Haarausfall während der Behandlung bis zur völligen Haarlosigkeit fort. Etwa vier Wochen nach Ende der Therapie beginnen die Haare, wieder zu wachsen. Verschiedene Maßnahmen ermöglichen es, den Haarausfall zu kaschieren – zum Beispiel mit einer Perücke: Bei einer medizinischen Qualitätsperücke ist der Übergang von natürlichem zu künstlichem Haar für das Umfeld häufig kaum sichtbar. Wichtig ist dabei, dass man die Perücke rechtzeitig vor dem Haarausfall auswählt, damit sie dem eigenen Haar optimal angepasst werden kann. Eine gute Perücke zeichnet sich durch sicheren Halt aus und besteht aus hochwertigem Kunsthaar, das kaum von Echthaar zu unterscheiden ist. Alternativ zu einer Perücke können auch dekorative Tücher oder modische Mützen den Haarausfall überdecken. Immer mehr Betroffene stehen allerdings zu ihrem Haarverlust und versuchen nicht, ihn zu verdecken. Diese Strategie hilft einigen Patienten, sich mit der Krebserkrankung besser auseinanderzusetzen. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er mit dem Problem des Haarverlusts umgeht und was ihm persönlich gut tut. Tipps für den Umgang mit dem drohenden Haarverlust
HypothermiebehandlungMittlerweile gibt es die Möglichkeit, die Haare durch ein spezielles Kühlverfahren, die Hypothermie-Behandlung, vor den Nebenwirkungen der Chemotherapie zu schützen. Das Kühlen der Kopfhaut senkt ihre Durchblutung. Die dahinter stehende Idee ist simpel: Je weniger die Kopfhaut durchblutet wird, desto weniger Chemotherapie-Medikamente (Zytostatika) erreichen die Haarwurzeln und können sie schädigen. Außerdem setzt die Kühlung den Stoffwechsel der Haarwurzelzellen herab, was wiederum die Aufnahme der Zytostatika senkt. Wie gut die Kühlung vor Haarausfall schützt, hängt allerdings von der Art des verabreichten Wirkstoffs ab. Digitale Kühlsysteme erlauben eine kontrollierte Absenkung der Kopfhauttemperatur während der gesamten Zytostatikagabe. Die Hypothermie-Behandlung kann den Haarausfall mildern, vollständig vermeiden lässt sich der Verlust der Haare durch die Chemotherapie aber vermutlich nicht. Nicht angewendet werden darf die Methode bei der sogenannten Kälteagglutininkrankheit, denn bei dieser Erkrankung führt Kälte zu Verklumpungen der Blutzellen und zu Blutgefäßverschlüssen (Thrombose). Weitere Krankheiten, die die Hypothermie ausschließen, sind Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitiden) und Morbus Raynaud, eine Erkrankung, bei der es besonders in den Händen zu Durchblutungsstörungen kommt. Lesen Sie in diesem Beitrag zum ThemaChemotherapie-NebenwirkungenDas könnte Sie auch interessieren
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