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Wirkstoffe

Stand: 27. Oktober 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Abhängig von ihrem jeweiligen Angriffspunkt beziehungsweise Wirkmechanismus werden Zytostatika in folgende Hauptgruppen unterteilt:

  • Alkylanzien: Alkylanzien zerstören das Erbmaterial (DNA) der Zellen. Zu dieser Gruppe gehören zum Beispiel Cyclophosphamid, Chlorambucil, Busulfan und Cisplatin.
  • Antimetaboliten: Antimetaboliten werden als "falsche Bausteine" in die DNA eingebaut und zerstören so das Erbgut der Zellen. Vertreter dieser Gruppe sind die sogenannten Folsäureantagonisten (wie Methotrexat), die Pyrimidin-Analoga (wie 5-Fluoruracil) und die Purin-Analoga (z.B. Thioguanin, Azathioprin, Mercaptopurin).
  • Naturstoffe: Zu den Naturstoffen gehören die so genannten Vinca-Alkaloide (Vincristin, Vinblastin), die aus dem in Brasilien beheimateten Strauch Vinca rosea beziehungsweise dem in Europa wachsenden Kleinen Immergrün (Vinca minor) hergestellt werden. Sie behindern die Zellen während der Zellteilung. Auch die Epipodophyllotoxine (Etoposid, Teniposid) sind Vertreter der Naturstoffe. Ihr Ursprung ist das Podophyllotoxin, das in Extrakten des Maiapfels (Podophyllum peltatum) enthalten ist.
  • Antibiotika: Antibiotika sind ursprünglich natürliche Stoffwechselprodukte von Mikroorganismen wie Pilzen und Bakterien. Einige Antibiotika wirken so stark hemmend auf die Zellteilung, dass sie auch im Rahmen einer Chemotherapie von Krebs eingesetzt werden. Vertreter solcher Antibiotika sind Dactinomycin, Bleomycin, Daunorubicin und Mitomycin.
  • Enzyme: Enzyme sind Eiweiße, die chemische Reaktionen beschleunigen. Bei der Behandlung bestimmter lymphatischer Leukämien kann das Enzym Asparaginase wirksam sein. Es senkt die Konzentration von Asparagin im Blut, sodass diese Aminosäure bestimmten Tumorzellen für deren Vermehrung fehlt.
  • Hormone: Einige Tumorarten werden durch Hormone stimuliert. So fördern beispielsweise männliche Geschlechtshormone (Androgene) das Wachstum von Prostatakarzinomen, weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) das von Brustkrebs. Der Einsatz von Hormonen beziehungsweise ihren Hemmsubstanzen (Gegenspieler-Hormone) kann daher die Entwicklung bestimmter Krebsarten verhindern oder eindämmen. Beispiele für Hormonbehandlungen sind die Anwendung von Antiöstrogenen (z.B. Tamoxifen) bei Brustkrebs und Antiandrogenen (wie Flutamid) bei Prostatakrebs.

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