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Bypass-Operation

Durchführung

Stand: 26. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Um die Verengung der Herzkranzgefäße (Koronararterien) genau zu lokalisieren, nimmt der Arzt zur Vorbereitung auf die Bypass-Operation zunächst eine Herzkatheteruntersuchung vor. Der eigentliche Eingriff findet immer in Vollnarkose statt. Durch Auftrennen des Brustbeins eröffnet der Chirurg den Brustkorb, um an das Herz und an die verengten Blutgefäße zu gelangen. Zur Überbrückung der verengten Stelle gibt es drei Möglichkeiten:

  • Arterienbypass: Eine an der Innenseite des Brustkorbs verlaufende Arterie – die Arteria mammaria – ist in der Größe den Herzkranzgefäßen sehr ähnlich. Sie wird ein Stück weit freigelegt und jenseits der Verengung an die Koronararterie angeschlossen. So versorgt sie den zuvor unzureichend durchbluteten Bereich des Herzmuskels wieder mit Blut und somit auch mit Sauerstoff. Da bei dieser Form der Bypass-Operation die Gefahr eines erneuten Verschlusses kleiner ist als bei anderen Methoden, gewinnt sie immer mehr an Bedeutung.
  • Venenbypass: Dazu entnimmt der Arzt eine oberflächliche Vene aus dem Fettgewebe des Unterschenkels direkt unter der Haut. Ein Ende des Venenstücks näht der Chirurg während der Bypass-Operation direkt an die Aorta. Das andere Ende wird jenseits der Verengung mit dem Herzkranzgefäß verbunden. Sauerstoffreiches Blut kann also aus der Aorta – unter Umgehung der Engstelle im Herzkranzgefäß – direkt zum Herzmuskel gelangen. Normalerweise unterscheiden sich Arterien und Venen. Das Gewebe der Bypass-Vene bildet nach der Operation aber seine Wände um – die Vene wird zu einer Arterie.
  • Künstlicher Bypass: In seltenen Fällen überbrücken statt der körpereigenen auch künstliche Gefäßprothesen die Engstelle an den Herzkranzgefäßen. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, dass sich in den Prothesen schnell neue Ablagerungen absetzen – der Bypass verengt sich und es kann zu einem Verschluss und damit zur Unterversorgung des Herzmuskels mit Sauerstoff kommen.

Da das Herz während der Bypass-Operation nicht schlagen darf, übernimmt während dieser Zeit eine Herz-Lungen-Maschine die Aufgabe der "Blutpumpe". Sie hält den Kreislauf aufrecht, reichert das Blut mit Sauerstoff an und entfernt überschüssiges Kohlendioxid. Damit sich beim Blutfluss durch die Maschine keine Blutgerinnsel bilden, erhält der Patient gerinnungshemmende Medikamente. Nach der Bypass-Operation bringt ein kleiner elektrischer Impuls das Herz wieder zum Schlagen.

Schlüsselloch-Chirurgie

Wie in vielen anderen medizinischen Bereichen spielen auch bei der Bypass-Operation die Stichworte "minimal-invasiv" und "Schlüsselloch-Chirurgie" eine Rolle. Man versucht dabei, die operative Öffnung des Körpers möglichst klein zu halten. Auf diese Weise wird weniger Gewebe verletzt – außerdem ist das Infektionsrisiko geringer und die zurückbleibenden Operationsnarben sind deutlich kleiner.

Bei der sogenannten MIDCAB (Abkürzung für engl."minimal invasive direct coronary artery bypass") öffnet der Operateur den Brustkorb mit lediglich einem kleinen Schnitt seitlich zwischen den Rippen. Diese Öffnung reicht aus, um eine Brustarterie (Arteria mammaria) als Bypass einzunähen. Da das Herz bei dieser Operationsmethode weiter schlagen kann, ist eine Herz-Lungen-Maschine nicht nötig. Die Operation am schlagenden Herzen gilt allerdings als sehr anspruchsvoll und wird deshalb nur in spezialisierten Kliniken durchgeführt.

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