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Forenexperte: Dr. Dirk Hennesser
Forum Chemotherapie
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Stand: 28. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Afterloading bietet einen großen Vorteil in der sogenannten Brachytherapie. Bei dieser Form der Strahlentherapie muss der Strahlentherapeut radioaktives – also strahlendes – Material in direkte Nähe des Tumors bringen. Die Strahlung der verwendeten Substanzen (z.B. Iridium, Cäsium oder Jod) hat eine geringe Reichweite und durchdringt somit nur das umliegende Gewebe. Damit beschränkt sich die Strahlenwirkung auf den Bereich, der auch bestrahlt werden soll. Das gesunde Gewebe bleibt von der Strahlung verschont.
Damit der Arzt beziehungsweise das medizinische Personal beim Anbringen des radioaktiven Materials ebenfalls vor der Strahlung geschützt sind, läuft das Einbringen der Substanzen in Körperöffnungen oder Organe ferngesteuert ab. Das heißt konkret: Nachdem die Behandler spezielle Einführinstrumente (sog. Applikatoren) am oder im Körper des Patienten platziert und dann den Behandlungsraum verlassen haben, fährt die strahlende Substanze über einen Verbindungsschlauch direkt an den Tumor heran. Dieses Nachladeverfahren – das Afterloading – ermöglicht so eine moderne Strahlentherapie, die sowohl den Patienten als auch den Behandler schont.
Wie bei der Bestrahlung mit einem Beschleuniger erstellen auch bei einer Strahlenbehandlung mit Afterloading ein Medizinphysiker und der behandelnde Arzt gemeinsam den optimalen Bestrahlungsplan. Sie legen dabei zum Beispiel fest, wie viele Afterloading-Behandlungen notwendig sind oder ob das Tumorgebiet auch zusätzlich noch von außen bestrahlt werden muss.
Ein Afterloading-Gerät ist etwa 1,5 m hoch, besitzt einen Durchmesser von circa 0,5 m und ist auf Rollen verschiebbar. Das gut abgeschirmte radioaktive Material muss regelmäßig ausgetauscht werden, damit immer eine optimale und exakt berechenbare Bestrahlung gewährleistet ist. Iridium hat zum Beispiel eine Halbwertzeit von 74 Tagen – sein Austausch findet etwa alle 2 Monate statt.
Afterloading spielt als Behandlungsmöglichkeit vor allem bei den folgenden Krebserkrankungen eine Rolle:
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