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Stand: 28. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Harnstoff ist das Endprodukt des Eiweißstoffwechsels beim Menschen. Er wird in der Leber aus Ammoniak und Bicarbonat gebildet. Täglich scheiden die Nieren etwa13 bis 33 Gramm Harnstoff aus. Dies ist die größte Menge aller von den Nieren zu eliminierenden Stoffe. Wird im Körper viel Eiweiß abgebaut, führt dies zu einem Anstieg der Harnstoffausscheidung, zum Beispiel bei
Bei einer Schwangerschaft, vegetarischer Kost oder angeborenen Störungen im Harnstoffzyklus nimmt die Ausscheidung von Harnstoff dagegen ab.
Der Körper scheidet etwa 0,3 bis 0,8 Gramm Harnsäure täglich über den Urin aus. Harnsäure entsteht als Abbauprodukt des sogenannten Purinstoffwechsels. Purine sind Nukleinsäuren, die unter anderem Bestandteile der DNA (Träger der Erbinformation) sind, und vor allem mit Fleisch aufgenommen werden. Zu einer Erhöhung der Harnsäurekonzentration im Urin kommt es zum Beispiel bei Leukämie, Vergiftungen, Überfunktionen der Schilddrüse (Hyperthyreose), der Nebenschilddrüse (Hyperparathyreoidismus) und bei Nierenfunktionsstörungen. Ein niedriger Harnsäure-Urinwert entsteht zum Beispiel bei einem Mangel des Eiweißes Xanthinoxidase, das für den Purinstoffwechsel wichtig ist, oder durch verschiedene Medikamente.
Kreatinin entsteht in Muskel- und Nervenzellen beim Abbau von Kreatin, einer Energiespeichersubstanz. Es dringt über das Blut in die Nieren Nieren ein, die es schließlich ausscheiden. Täglich gelangen etwa 1,0 bis 1,8 Gramm davon in den Harn. Die Normalwerte bei einer Urinuntersuchung liegen bei etwa 7 bis 18 Millimol pro Liter. Durch den Genuss großer Fleischmengen, eine erhöhte Muskelmasse oder Muskelentzündungen kann sich der Kreatininwert im Urin erhöhen. Ein niedriger Wert tritt bei einer verminderten Muskelmasse und Nierenversagen auf.
Die Nieren scheiden täglich etwa 3 Gramm an verschiedenen Säuren wie Oxalsäure, Zitronensäure und freien Aminosäuren mit dem Urin aus. Angeborene Stoffwechselkrankheiten wie die primäre Hyperoxalurie und entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn gehen mit einer Erhöhung der Oxalatkonzentration im Urin einher und begünstigen so die Entstehung von Nierensteinen. Bei Erkrankungen der Leber steigt die Ausscheidung von freien Aminosäuren im Harn stark an.
Harn enthält verschiedenste Hormone. Ein diagnostisch wichtiger Urinwert ist unter anderem das sogenannte Choriongonadotropin, das dem Schwangerschaftsnachweis dient. Daneben können beispielsweise die Konzentrationen der sogenannten Stresshormone Katecholamine (Adrenalin, Noradrenalin), der Steroide (Geschlechtshormone und Kortisol), der Gonadotropine (geschlechtshormon-stimmulierende Hormone) und des Serotonins (Botenstoff des Nervensystems) zur Abklärung von Bluthochdruck, Krebs- und Stoffwechselerkrankungen bestimmt werden.
Der Urin eines gesunden Menschen scheidet täglich etwa 10 Gramm Salze aus. In erster Linie handelt es sich dabei um Kochsalz (Natrium-Chlorid). Ein hoher Urinwert an Natrium (mehr als 6 g/24 h) tritt beispielsweise bei Nierenversagen oder bestimmten Stoffwechselerkrankungen auf, niedrige Konzentrationen bei Erbrechen, Durchfall, Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Herzinsuffizienz.
In der Praxis spielt darüber hinaus die Ausscheidung von Phosphat eine wesentliche Rolle, da dieser Urinwert bei bestimmten Erkrankungen erhöht oder erniedrigt auftreten kann. Eine Konzentration von über 1.000 Milligramm pro Tag kommt beispielsweise bei Überfunktion der Nebenschilddrüse, Knochentumoren und Metastasen vor, eine Konzentration unter 300 Milligramm am Tag bei Nierenversagen, Unterfunktion der Nebenschilddrüse und Schilddrüse und Vitamin-D-Mangel.
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