Startseite > Arztbesuch > Laborwerte > Urinwerte > Mikroskopische Untersuchung (Urinsediment)
Stand: 28. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Um die festen Bestandteile des Harns untersuchen zu können, ist es nötig, das sogenannte Harnsediment (lat. sedimentum = Bodensatz) herzustellen. Dazu zentrifugiert der Untersucher einen Teil des gewonnenen Urins, sodass sich zwei voneinander abgesetzte Phasen bilden (flüssig und fest) – den flüssigen Überstand verwirft er. Anschließend tropft der Untersucher das Sediment auf einen Objektträger auf und beurteilt bei 100- bis 400-facher Vergrößerung Art und Aussehen der im Sediment vorkommenden Zellen. Der normale Urin enthält nur ganz wenige rote und weiße Blutkörperchen und keine oder nur vereinzelte Bakterien. Daneben finden sich abgeschilferte Zellen aus den Nieren und der Schleimhaut der ableitenden Harnwege, sogenannte Plattenepithel- und Urothelzellen.
Befinden sich zu viele rote Blutkörperchen (Erythrozyten) (Normalwert: bis 5 Zellen/µl) im Urin, liegt eine sogenannte Hämaturie vor. Eine Rotfärbung des Urins deutet bereits auf eine solche Hämaturie hin. Sie lässt sich auf schnellem Weg mit einem Urinteststreifen nachweisen. Bei der mikroskopischen Abklärung einer Hämaturie beurteilt ein Experte vor allem das Aussehen der vorhandenen Erythrozyten, da dieses ein Hinweis auf die Art der zugrunde liegenden Erkrankung ist. So finden sich krankhaft veränderte Erythrozyten vorwiegend bei Erkrankungen der Nierenkörperchen (glomeruläre Nierenerkrankungen). Unauffällig aussehende rote Blutkörperchen im Urin sprechen dagegen eher für eine Erkrankung der ableitenden Harnwege, Tumoren oder Verletzungen. In jedem Fall muss die Ursache einer Hämaturie genau abgeklärt werden.
Sind sehr viele weiße Blutkörperchen (Leukozyten) (Normalwert: bis 10 Zellen/µl) im Urin vorhanden, deutet dies auf eine Infektion der Nieren oder der ableitenden Harnwege hin. In diesem Fall muss eine mikrobiologische Untersuchung des Urins erfolgen, um die Erreger zu identifizieren. Auch bei Krebserkrankungen kann die Leukozytenanzahl erhöht sein.
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