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Stand: 28. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Der Körper scheidet in geringen Mengen Nitrat über den Harn aus. Bestimmte Bakterien wandeln dieses Nitrat in Nitrit um, welches im Normalfall nicht im Urin des Menschen nachgewiesen werden kann. Der Nachweis von Nitrit dient deshalb als Hinweis für eine bakterielle Harnwegsinfektion. In der Regel genügt dafür ein einfacher Urinteststreifentest.
Natürlicherweise scheiden die Nieren unter 30 Milliliter Eiweiß pro Tag über den Urin aus. Dabei spielt vor allem das sogenannte Albumin eine Rolle. Durch schwere körperliche Anstrengung oder auch während einer Schwangerschaft, kann es zu einer erhöhten Eiweißausscheidung und damit zu einer sogenannten Protein- oder Albuminurie kommen, die nicht krankhaft (pathologisch) ist. Eine krankhafte Proteinurie tritt vorübergehend bei Fieber und anhaltend vor allem bei Nierenerkrankungen, bei Diabetes mellitus und bei Schwermetallvergiftungen auf. Mit einem Teststreifen lässt sich zunächst feststellen, ob eine Proteinurie vorliegt. Die Untersuchung des 24-Stunden-Urins dient anschließend der genauen Bestimmung der Zusammensetzung der vorliegenden Proteine und ihrer Konzentrationen.
Der Körper scheidet im Normalfall nur eine ganz geringe Menge Zucker (weniger als 200 Milligramm pro Tag) mit dem Urin aus. Erst wenn der Blutzuckerspiegel einen Wert von etwa 180 mg/dl (normal bis 120 mg/dl) überschreitet, ist vermehrt Zucker (Glukose) im Urin vorhanden und lässt sich über einen Streifentest nachweisen. Fast immer deutet eine solche "Glukosurie" (mehr als 15 mg/dl) auf einen Diabetes mellitus hin und muss weiter abgeklärt werden.
Bei längerem Fasten wandelt der Körper Speicherfett in Ketonkörper um, die ihm – ähnlich dem Blutzucker – als Energielieferant dienen. Daher sind Ketonkörper normalerweise nicht im Urin nachweisbar. Weist ein Urintest Ketonkörper nach, ist dies ein Hinweis auf Hungerzustände oder einen entgleisten Diabetes mellitus. Es ist wichtig, eine Ketonurie frühzeitig zu erkennen, da sie Entgleisungen des Stoffwechsels anzeigt.
Bilirubin entsteht in der Leber, in der Milz und im Knochenmark beim Abbau des roten Blutfarbstoff (Hämoglobin). Normalerweise gelangt Bilirubin über die Gallenwege in den Darm und wird über den Stuhl ausgeschieden. Sind die Gallenwege verlegt, zum Beispiel durch einen Gallenstein oder einen Tumor, sammelt sich das Bilirubin im Blut an und wird schließlich mit dem Urin über die Nieren ausgeschieden. Auch Leberentzündungen und eine Leberzirrhose können zu einem hohen Urinwert von Bilirubin führen. Der Urin verfärbt sich dunkel, wenn das rot-orange-farbige Bilirubin und seine Abbauprodukten darin gelöst sind. Gleichzeitig führt eine erhöhte Konzentration von Bilirubin im Blut zu einer sogenannten Gelbsucht (Ikterus). Dabei ist die Haut gelb verfärbt, insbesondere die Bindehaut am Auge.
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