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Forenexperte: Dr. Winfried Keuthage
Forum Diabetes
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Stand: 23. August 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Im Rahmen einer Urinuntersuchung (Urinanalyse) beurteilt der Arzt auch die Farbe der Urinprobe. Diese Beurteilung erfolgt am besten immer am frisch gewonnenen Urin (Harn), da manche Harnbestandteile ihren Farbton nach einiger Zeit durch chemische Umsetzung ändern. Normaler Urin ist klar und gelb (stroh- bis bernsteingelb). Seine Farbe entsteht unter anderem durch die sogenannten Urochrome: Dies sind stickstoffhaltige gelbe Farbstoffe, die sich beim Abbau von Eiweißen und Bilirubin (Gallenfarbstoff) bilden.
Allgemein ist eine Verfärbung von Urin abhängig von der Konzentration an gelösten Stoffen, von Nahrungsmitteln, von Medikamenten und davon, ob krankhafte (pathologische) Bestandteile vorhanden sind. Konzentrierter dunkler Urin entsteht beispielsweise durch hohes Fieber. Ein roter Urin weist auf die krankhafte Ausscheidung von Blut im Urin hin. Bei anstrengenden, sportlichen Belastungen wie einem Marathonlauf ist ein anschließend dunkler und leicht blutiger Urin dagegen häufig und nicht Zeichen einer Erkrankung. Das krankhafte Vorkommen des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Urin, beispielsweise bei einem Verschluss der Gallenwege, färbt den Urin ebenfalls dunkel. Eine weißliche bis cremige Farbe deutet darauf hin, dass weiße Blutkörperchen (Leukozyten) im Urin (sog. Leukozyturie) vorhanden sind und möglicherweise eine Nieren- oder Harnwegsinfektion vorliegt.
Verfärbungen des Urins sind in vielen Fällen auch die Folge bestimmter Nahrungsmittel oder Medikamente. So ist der Urin nach dem Verzehr von roter Bete rot verfärbt. Wer Multivitaminpräparate zu sich genommen hat, scheidet Urin von eher grün-gelblicher Farbe aus.
Die Durchsichtigkeit des Urins kann – unabhängig von der Farbe – durch das Vorkommen von Eiter, Fibrin und abgeschilferten Zellen getrübt sein. Ein solcher trüber Urin liegt bei Entzündungen der Nieren und Harnwege vor. Bei jungen Männern allerdings kann milchiger Urin gelegentlich vorkommen, ohne Anzeichen für eine Krankheit zu sein. Wenn man dagegen viel Mineralwasser trinkt oder einen Diabetes insipidus hat, bildet sich typischerweise ein sehr heller, fast farbloser Urin.
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