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Stuhluntersuchung

Gewicht

Stand: 28. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Bei der Stuhluntersuchung ist auch das Gewicht des Stuhls diagnostisch von Bedeutung. Durchschnittlich scheidet der Mensch 100 bis 200 Gramm Stuhl pro Tag aus, bei vegetarischer Ernährung kann diese Menge ansteigen. Steigt die Zahl der Entleerung auf mehr als drei an und beträgt die Ausscheidung insgesamt mehr als 200 Gramm, spricht man von Durchfall. Eine extrem verringerte Stuhlmenge bezeichnet man als Verstopfung (Obstipation).

Fett im Stuhl

Bei einer Stuhluntersuchung kann der Arzt auch bestimmen lassen, wie viel Fett im Stuhl ist. Die Bestimmung der Fettkonzentration im Stuhl ist eine wichtige Methode, um Verdauungsstörungen zu erkennen. Bei den Verdauungsstörungen sind vor allem Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse von Bedeutung, die zu einer gestörten Fettverdauung führen.

Im Normalfall zerkleinern die Gallenflüssigkeit und die Säfte der Bauchspeicheldrüse das Fett aus der Nahrung, damit die Zellen der Darmwand es aufnehmen können. Normalerweise sind nicht mehr als sieben Gramm pro Tag im Stuhl enthalten. Scheidet der Mensch mehr Fett aus, erkennt der Arzt bei der Stuhluntersuchung einen sogenannten Fettstuhl (Steatorrhö). Dieser hat eine lehmartige, glänzende, klebrige Beschaffenheit und einen säuerlichen bis scharfen Geruch. Fettstühle können unterschiedliche Ursachen haben:

  1. Maldigestion: Die Darmzellen können das Fett aus der Nahrung nicht aufnehmen, weil es nicht richtig verdaut wurde. Grund hierfür kann ein Mangel an Gallensäure (z.B. bei einem Gallenwegsverschluss) oder ein Mangel an Bauchspeicheldrüsenflüssigkeit sein (bei einem Verschluss des Bauchspeicheldrüsengangs durch Steine oder Tumoren). Auch Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Mukoviszidose oder Magenentfernungen können eine Maldigestion verursachen.
  2. Malabsorption: Trotz ausreichender Verdauung können die Darmzellen das Fett nicht aufnehmen. Die Malabsorption tritt bei Störungen im Darm (z.B. Durchfall, Whipple-Syndrom, Zöliakie, chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn) oder bei Tumoren im Verdauungstrakt.
  3. Nahrungsbrei fließt direkt aus dem Magen in den Dickdarm: Bei Geschwüren, Tumoren oder Entzündungen kann sich eine sogenannte Fistel (Kanal) zwischen Magen und Dickdarm bilden. Die Nahrung kommt dann nicht ausreichend mit Verdauungssäften in Kontakt, dadurch nicht ausreichend verdaut und nicht in die Darmzellen aufgenommen.
  4. Zu hoher Verzehr von Fett: Nimmt der Mensch mit der Nahrung eine zu große Menge an Fett auf, kann er dieses nicht vollständig verdauen.

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