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Stuhluntersuchung

Farbe

Stand: 28. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Bei der Stuhluntersuchung ist auch die Farbe des Stuhlgangs aufschlussreich. Normalerweise ist der Stuhl mittelbraun. Je mehr Fleisch der Mensch verzehrt, umso dunkler ist er. Auch Blut im Stuhlgang kann zu unterschiedlichen Färbungen führen:

  • Rot: Eine rote Färbung des Stuhls kann durch Blutungen im unteren Darmabschnitt (Dickdarm, Enddarm), die bei Tumoren, schweren Entzündungen und mitunter bei Durchfall auftreten, oder durch stärkere Blutungen aus höheren Darmbereichen entstehen. Dem Stuhl aufgelagertes Blut stammt häufig aus Hämorrhoiden, aber auch durch rote Beete kann ein rot verfärbter Stuhlgang entstehen.
  • Schwarz: Ein schwarzer Stuhl ist auch als Teerstuhl (Melaena) bekannt. Er tritt bei Blutungen im oberen Magen-Darm-Trakt (häufig Speiseröhre, Magen, Zwölffingerdarm) auf. Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt sorgen Enzyme für die Verdauung des Bluts, sodass es seine rote Färbung verliert. Neben Krankheiten können auch manche Medikamente wie Kohletabletten, Eisen- und Wismutpräparate eine Schwarzfärbung verursachen. Auch der Verzehr von schwarzen Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren und Rotkohl kann den Stuhl dunkel verfärben. Eine besondere Form des schwarzen Stuhls tritt innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt bei Neugeborenen auf und verschwindet danach wieder. Diesen schwärzlich-grünen Stuhl bezeichnet man auch als Kindspech (Mekonium).
  • Weiß bis grauweiß: Stuhl mit einer weißen bis grauweißen Färbung, der meist auch schlecht geformt ist, heißt acholischer Stuhl. Ursache ist ein Verschluss des Gallengangs beispielsweise durch Gallensteine oder Tumoren. Die Galle erreicht nicht mehr den Darm und der Stuhlgang verliert seine typische Farbe. Zudem ist durch die fehlenden Gallensäuren die Fettverdauung gestört und es treten graue Fettstühle auf.
  • Gelblich: Ein gelber oder gelblicher Stuhl tritt infolge einer Antibiotikatherapie oder bei Durchfall auf. Auch bei Säuglingen ist der Stuhlgang gelb oder gelblich. Dies ist aber kein Anzeichen für eine Erkrankung.
  • Grünlich bis grün: Bei Durchfall können sich die grünlichen Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht schnell genug auf ihrem Weg durch den Darm in ihre braunen Abbauprodukte umwandeln, sodass der Stuhl grünlich bleibt. Auch bei einer geschädigten Darmflora (Darmbakterien), beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika, kann ein grüner oder grünlicher Stuhlgang auftreten. Viel grünes Gemüse wie Spinat oder Salate kann den Stuhl ebenso grünlich verfärben.
  • Grauweiß bis gelbgrau: Eine grauweiße bis gelbgraue Färbung des Stuhls entsteht, wenn sich Schleim oder Eiter aus dem Darm im Stuhl befindet. Ursache dafür können unterschiedliche Krankheiten sein.

Neben den typischen Verfärbungen durch Blut kann auch okkultes (verstecktes) Blut im Stuhl enthalten sein. Dieses ist bei der Stuhluntersuchung mit dem bloßen Auge nicht sichtbar, weshalb zu seinem Nachweis der Hämoccult-Test zum Einsatz kommt.

Ist der Stuhl verfärbt, ist nicht immer eine Stuhluntersuchung notwendig. Ist der Stuhl etwa nach dem Verzehr von Spinat grün, besteht in der Regel kein Grund zur Sorge. Liegen aber Verfärbungen vor, die sich nicht durch die Ernährung erklären lassen, ist es ratsam zum Arzt zu gehen. Er wird dann gegebenenfalls eine Stuhluntersuchung veranlassen.

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