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Stand: 30. November 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Bei der Harngewinnung besteht immer die Gefahr, dass die Probe verunreinigt und das Ergebnis somit verfälscht wird. Verunreinigt wird die Urinprobe von außen oder durch die – natürlicherweise – vorkommenden Bakterien der vorderen Harnröhre und der äußeren Genitalien. Um eine solche "Verschmutzung" zu vermeiden, greifen Labormediziner für die Urinuntersuchung meist auf den sogenannten Mittelstrahlurin zurück. Dazu lässt der Untersuchte Urin ab. Allerdings zuerst ganz normal in die Toilette. Erst während des Wasserlassens fängt der Untersuchte – ohne den Harnstrahl zu unterbrechen – Urin in einem sterilen Behälter auf. Keime, die in der Harnröhre oder an ihrer Öffnung sitzen, werden also mit der ersten Urinportion weggespült und geraten nicht in die Probe. Sind in der Mittelstrahlurin-Probe allerdings immer noch viele Bakterien zu finden, liegt der Verdacht auf eine bakterielle Harnblaseninfektion nahe.
Der Mittelstahlurin ist daher die bevorzugte Methode für bakteriologische Untersuchungen. Aber auch für sogenannte qualitative Urinuntersuchungen, die zum Beispiel den Gehalt an Zucker, Zellen (z.B. rote Blutkörperchen) oder Eiweiß bestimmen, nutzt man Mittelstrahlurin.
Besonders geeignet für die Harngewinnung ist hierzu der Morgenurin, da er durch die Trinkmenge tagsüber nicht verdünnt ist. Grundsätzlich sollte eine Probenentnahme frühestens drei Stunden nach der letzten Blasenentleerung erfolgen.
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