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Schilddrüsenwerte

Stand: 11. März 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Mithilfe der Schilddrüsenwerte kann der Arzt die Funktion der Schilddrüse überprüfen und Hinweise auf eventuell vorliegende Störungen erhalten. Die Schilddrüsenwerte geben die Konzentration der beiden Schilddrüsenhormone L-Thyroxin (T4, Levothyroxin) und Trijodthyronin (T3) sowie des Regelhormons TSH im Blut wieder. Der aussagekräftigste Schilddrüsenwert ist der TSH-Wert (TSH basal) – liegt er im Normbereich, lässt sich eine Störung der Schilddrüsenfunktion ausschließen.

Das Bild zeigt Kanülen mit Blut.
Die Schilddrüsenwerte lassen sich anhand einer Blutprobe bestimmen.

Die Schilddrüsenhormone Levothyroxin (L-Thyroxin) und Trijodthyronin haben vielfältige Auswirkungen auf Stoffwechsel, Wachstum, Kreislauf und Nervensystem. Wie viele Schilddrüsenhormone die Schilddrüse ausschüttet, unterliegt einer strengen Kontrolle – zentrale Regelstation ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Sie kann die Produktion und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone durch das Regelhormon Thyreoidea-stimulierendes-Hormon (TSH) steigern oder senken.

Gleichzeitig misst die Hypophyse die Hormonkonzentration im Blut und reagiert, wenn zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone vorhanden sind, indem sie mehr oder weniger TSH abgibt. Dies lässt sich anhand der Schilddrüsenwerte erkennen. Der komplexe Steuerungsmechanismus wird auch als Regelkreis bezeichnet. Der sogenannte Hypothalamus, ein Teil des Zwischenhirns, ist der Hirnanhangsdrüse vorangestellt. Er bildet das Hormon TRH (TSH-Releasing-Hormon), das die Ausschüttung von TSH in der Hirnanhangsdrüse steuert.

Merke: Produziert die Schilddrüse zu viele Hormone, sinkt das TSH. Produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone, steigt das TSH.

Anhand der Schilddrüsenwerte lässt sich sehen, ob irgendwo im Regelkreis ein Fehler liegt: in der Schilddrüse selbst oder in den übergeordneten Zentren im Gehirn. Unterschiedliche Krankheiten können die Abläufe stören und zu einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion führen. Da an fast allen Störungen das TSH als zentrales Regelhormon beteiligt ist, wird zur Überprüfung der Schilddrüsenfunktion oft anstelle aller Schilddrüsenwerte zur Orientierung und ersten Einschätzung nur die TSH-Konzentration im Blut untersucht (sog. TSH basal).

Liegt der TSH-Wert außerhalb des Normbereichs, werden auch die Hormone L-Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) bestimmt. In seltenen Fällen wird zusätzlich das Hypothalamushormon TRH gemessen. Vorteil des sehr empfindlichen TSH-Werts: Er zeigt Störungen der Schilddrüsenfunktion mitunter bereits dann an, wenn die Konzentrationen von T4 und T3 noch im Normbereich liegen.

Hormon Referenzbereich
TSH 0,27–2,5 mU/l
T 3 frei (fT3)
  • Kinder 4–30 Tage: 2–5,2 pg/ml
  • Kinder 2–12 Monate: 1,5–6,4 pg/ml
  • Kinder 2–6 Jahre: 2–6,2 pg/ml
  • Kinder 7–11 Jahre: 2,7–5,2 pg/ml
  • Jugendliche 12–18 Jahre: 2,3–5 pg/ml
  • ab 19 Jahre: 2–4,4 pg/ml
gesamt 0,8–2 ng/ml
T 4 frei (fT4)
  • Kinder 1–2 Tage: 16–38 pg/ml
  • Kinder 3–30 Tage: 15–30 pg/ml
  • Kinder 2–12 Monate: 11–18 pg/ml
  • Kinder 2–13 Jahre: 9–17 pg/ml
  • Jugendliche 14–18 Jahre: 9–18 pg/ml
  • ab 19 Jahre: 8–18 pg/ml
gesamt 5,1–14,1 ng/dl

Referenzbereiche für die Schilddrüsenwerte TSH, T3 und T4. (Werte können von Labor zu Labor unterschiedlich sein.)

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