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Nierenwerte

Kreatinin-Clearance

Stand: 14. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Die Kreatinin-Clearance ist eine sehr genaue Messmethode, um die Filtrationsleistung der Nieren zu bestimmen. Der englische Begriff "Clearance" bedeutet "Klärung" oder "Reinigung". Die Kreatinin-Clearance drückt aus, wie viel Blutplasma pro Zeiteinheit von einer bestimmten Substanzmenge befreit wird. Somit ist sie ein Wert für das Vermögen der Niere, Stoffe auszuscheiden.

Auch wenn der Kreatininwert im Blutserum noch im Normalbereich liegt, kann mithilfe der Kreatinin-Clearance bereits eine abnehmende Filtrationsleistung festgestellt werden. Sie eignet sich folglich besser, um chronische Nierenerkrankungen oder eine kurzfristig eingeschränkte Funktion der Nieren zu erkennen. Die Messung der Kreatinin-Clearance ist allerdings etwas aufwändiger, denn zusätzlich zu einer Blutentnahme muss über einen Zeitraum von 24 Stunden Urin gesammelt werden.

Der Arzt bestimmt die Kreatinin-Konzentration im Urin sowie im Serum und berechnet das Urinminutenvolumen – also die Menge Urin, die der Untersuchte pro Minute ausgeschieden hat. Die Kreatinin-Clearance (KC) ergibt sich aus folgender Formel:

Dieses Bild zeigt die Formel zur Berechnung der Kreatinin-Clearance.

Da der Filter in der Niere auch als Glomerulum oder Glomerulus (Kapillarknäuel) bezeichnet wird, heißt der errechnete Wert glomeruläre Filtrationsrate oder kurz GFR. Sie wird in Milliliter pro Minute und Körperoberfläche angegeben und beträgt bei Gesunden pro 1,73 m2 Körperoberfläche etwa 120 Milliliter in der Minute. Je nach Alter und Geschlecht variiert der Wert. Im Gegensatz zur Konzentration des Serumkreatinins, die mit nachlassender Nierenfunktion steigt, fällt die Kreatinin-Clearance beziehungsweise GFR, wenn sich die Funktion der Nieren verschlechtert.

Es gibt zudem Näherungsformeln, mit deren Hilfe sich die GFR mit deutlich weniger zeitlichem Aufwand bestimmen lässt, die aber etwas ungenauer sind und nicht in allen Situation geeignet. Der bekannteste Vertreter der Näherungsformeln ist die sogenannte Cockroft-Gault-Formel. Sie berücksichtigt das Körpergewicht und somit näherungsweise die Muskelmasse des Untersuchten.

Für eine verminderte oder erhöhte Kreatinin-Clearance kommen unterschiedlichste Ursachen infrage (Beispiele):

Als Alternative zum Kreatinin kann der Arzt die Filtrationsfunktion der Nieren mithilfe des körpereigenen Eiweißes Cystatin C prüfen. Zum einen hängt die Konzentration von Cystatin C im Blut direkt mit der Filtrationsleistung der Nieren zusammen, zum anderen kann man anhand der Konzentration sehr einfach die Clearance berechnen. Diese Methoden zählen aber nicht zu den Routineuntersuchungen.

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