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Nierenwerte

Kreatinin

Stand: 14. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Kreatinin entsteht in Muskel- und Nervenzellen und wird von diesen ins Blut abgegeben. Die Bildung von Kreatinin im Körper hängt – im Gegensatz zum Harnstoff – nur in geringem Maße von der Muskelmasse ab. Da Kreatinin zudem fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird, gilt das Serumkreatinin (Kreatininmenge im flüssigen Teil des Blutes) als empfindlicher Parameter für die Filtrationsleistung der Niere.

Es bestehen aber zwei Einschränkungen: Zum einen sagt der Kreatininwert allein nicht sehr viel über die Funktion der Nieren aus. Zum anderen steigt der Kreatininspiegel im Blut erst dann auf krankhafte Werte, wenn die Filtrationsrate der Niere bereits auf weniger als die Hälfte des Normalen abgefallen ist, also erst bei fortgeschrittenem Funktionsverlust.

Dennoch wird der Kreatininwert häufig bei Blutuntersuchungen standardmäßig bestimmt, was relativ einfach und schnell geht. Er dient als Grundlage, um die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) bestimmen zu können und ist schon von daher unerlässlicher Teil der Nierendiagnostik. Anhand der GFR teilen Ärzte Nierenkrankheiten in verschiedene Schweregrade ein.

Das Kreatinin spielt auch in anderer Hinsicht eine Rolle: Durch Kontrollen des Kreatininwerts lassen sich Therapien mit Medikamenten, die potenziell schädlich auf die Nieren wirken, überwachen.

Mit zunehmendem Alter steigt auch die Kreatininkonzentration, weil sich die Filtrationsfunktion der Niere mit den Jahren verschlechtert. Deshalb gelten für Personen über 50 Jahre für den Kreatininwert höhere Normalwerte.

Ist der Kreatininwert erhöht oder erniedrigt, kann das unterschiedliche Ursachen haben.

  • Kreatinin erhöht:

    • akutes oder chronisches Nierenversagen (Niereninsuffizienz)
    • Muskelzersetzung (Rhabdomylose)
    • verlegte Harnwege (Harnsteine, Fehlbildung, sog. Wassersackniere oder fachlich "Hydronephrose")
    • Medikamente (Überwachungsmaßnahme, z.B. bei Therapie mit Antibiotika wie Aminoglykosiden, Erythromycin und bei Therapie mit Zytostatika)
    • exzessiver Fleischgenuss
    • massive Muskelquetschung
    • Akromegalie (stark vergrößerte äußerste Enden des Körpers, wie Finger, Zehen, Hände, Füße, Nase, Kinn etc.)

  • Kreatinin erniedrigt:

In Fällen, bei denen der Verdacht auf eine Nierenfunktionsstörung besteht, ist eine etwas aufwändigere Untersuchung notwendig: die Bestimmung der Kreatinin-Clearance.

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