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Stand: 12. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Die Bezeichnung "Leberwerte" steht für die Konzentration bestimmter Enzyme im Blut. Auch wenn es dem ein oder anderen spontan in den Kopf kommt: Die Leberwerte zwangsläufig mit Leberschäden durch zu hohen Alkoholkonsum zu verbinden, ist nicht korrekt. Zwar ist Alkoholmissbrauch eine mögliche Ursache für erhöhte Leberwerte. Die Leberwerte steigen aber ebenso bei einer Vielzahl anderer Erkrankungen, die nicht mit zu hohem Alkoholkonsum zusammenhängen.
Leberwerte zählen zu den sehr häufig gewonnenen Laborwerten. Bestimmt der Arzt die Leberwerte, geht es vor allem um vier Enzyme:
Was viele nicht wissen: GOT, Gamma-GT und AP kommen in nahezu allen Organen vor – sie sind keineswegs für die Leber typisch. Die GPT findet sich hingegen vor allem in der Leber. In vielen Fällen verursacht eine Erkrankung der Leber, dass die Werte steigen.
Der Arzt ermittelt die Leberwerte, um besser einordnen zu können, welches Organ betroffen ist oder welche gesundheitliche Störung vorliegen könnte. Der Ausdruck "Leberwerte" unterstreicht, dass die Konzentration dieser Enzyme auf Erkrankungen der Leber hinweist.
Um die Leberwerte zu bestimmen, entnimmt der Arzt Blut aus einer Vene (meist in der Armbeuge). Ob erhöhte Leberwerte weiter abgeklärt werden müssen, richtet sich auch nach dem Laborergebnis: Sind die Leberwerte nur etwas zu hoch und ergeben sich sonst keine Hinweise auf eine Krankheit, kann es sein, dass der Arzt die Werte lediglich in gewissen Abständen kontrollieren möchte.
Sind die Leberwerte deutlich zu hoch oder besteht aus anderen Gründen der Verdacht auf eine Krankheit, sollten weitere Untersuchungen erfolgen, um die Ursache zu klären. Ein ausführliches Gespräch ist wichtiger Teil der Abklärung: Leidet der Betroffene unter Beschwerden oder Krankheiten (z.B. Hepatitis) oder sind in der Familie Leberprobleme bekannt? Wie viel und wie häufig trinkt er Alkohol? Nimmt er Medikamente oder konsumiert er Drogen? Diese und weitere Fragen ermöglichen Arzt und Patient, Ursachen oder Risikofaktoren für eine Lebererkrankung aufzudecken.
Wichtig ist zudem eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Bauch abtastet und so die Form, Größe und Beschaffenheit der Leber ermittelt. Zudem prüft er, ob sich an der Haut Hinweise auf eine Lebererkrankung finden lassen, die sogenannten Leberhautzeichen. Dazu zählen zum Beispiel bestimmte Gefäßzeichnungen: die Gefäßspinnen (punktförmige, rote Gefäßknötchen mit abgehenden feinen Adern, auch Spider naevi genannt).
Eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane liefert weitere Informationen über den möglichen Grund für die erhöhten Leberwerte. Letztlich bringt eine Gewebeprobe (Leberbiopsie) Sicherheit, was hinter der Erhöhung steckt. Für welches Vorgehen Arzt und Patient sich entschließen, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab.
| Die Leberwerte können auch bei Menschen zu hoch sein, die keine Beschwerden haben. Darüber hinaus müssen sie nicht zwangsläufig Folge einer Erkrankung sein. |
Die Abkürzungen der Enzyme stehen für folgende Namen:
Die Normalwerte für die vier Leberwerte liegen für Erwachsene etwa bei (gemessen im Blutserum):
| Enzym | Einheit | Frauen | Männer |
|---|---|---|---|
| GOT* | U/l (Einheiten pro Liter) | kleiner 35 | kleiner 50 |
| GPT* | U/l | kleiner 35 | kleiner 50 |
| Gamma-GT | U/l | kleiner 40 | kleiner 60 |
| alkalische Phosphatase | U/l | 35-105 | 40-130 |
* Werte für die Labormessung unter Zugabe von Pyridoxalphosphat
Neben GOT, GPT, Gamma-GT und alkalischer Phosphate zählen auch andere Eiweiße, die die Leber herstellt, zu den Leberwerten. Zum Beispiel:
Bei gestörter Leberfunktion sinkt die Konzentration dieser Eiweiße im Blut und es kann zu Beschwerden kommen. Mangelt es an Gerinnungsfaktoren, besteht beispielsweise eine erhöhte Blutungsgefahr.
Ein weiterer Leberwert ist der des Gallenfarbstoffs Bilirubin. Bilirubin entsteht beim Abbau des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Bei verschiedenen Erkrankungen der Leber, der Gallenwege und des Bluts steigt der Bilirubinwert im Blut. Ab einer gewissen Konzentration lagert sich Bilirubin im Gewebe ab. Mögliche Folge ist eine Gelbsucht (Ikterus), darunter versteht man die Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute.
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