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Kleines Blutbild

Bedeutung der einzelnen Werte

Stand: 31. Mai 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Hämatokrit

Der Hämatokrit-Wert ist der Anteil der Blutzellen am Gesamtblut, also das Verhältnis von festen zu flüssigen Blutbestandteilen. Der Hämatokrit sagt etwas über die Fließeigenschaften des Bluts aus. Dabei gilt: Je höher der Hämatokrit, desto "dicker" das Blut, was die Fließeigenschaft verschlechtert.

Die Normalwerte des Hämatokrits sind stark alters- sowie geschlechtsgebunden und hängen von der Menge der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) ab, da die Erythrozyten den größten Anteil der Blutzellen ausmachen.

Erythrozyten (rote Blutkörperchen) beziehungsweise Retikulozyten

Blut, blutplättchen
Erythrozyten

Die Erythrozyten enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, der für die Sauerstoff- und Kohlendioxidbindung an das rote Blutkörperchen zuständig ist. Der eingeatmete Sauerstoff wird durch die Bindung an das im Erythrozyten enthaltene Hämoglobin im Körper verteilt. Sauerstoffversorgung und Erythrozytenkonzentration hängen somit stark voneinander ab. Die Erythrozyten werden beim Erwachsenen im roten Knochenmark gebildet und durchlaufen auf ihrem Weg zum "reifen" Erythrozyten mehrere Entwicklungsstadien. Neben den fertigen Erythrozyten ist deren letzte Vorstufe ebenfalls im Blut nachweisbar – die Retikulozyten Viele Retikulozyten im Blut bedeuten, dass der Körper aktuell viele Erythrozyten neu bildet.

  • Erhöhter Erythrozytenwert (Polyglobulie)

    Eine Erhöhung des Erythrozytenwerts ist meist auf Sauerstoffmangel zurückzuführen. Bei Sauerstoffmangel bildet der Körper vermehrt ein Hormon, das sogenannte Erythropoetin, welches die Erythrozytenneubildung anregt. Der erhöhte Anteil an Erythrozyten soll hierbei den Sauerstoffmangel kompensieren.

    Die Ursache des Sauerstoffmangels kann ganz natürlicher Art sein; beispielsweise erhöht sich der Erythrozytenwert bei einem Aufenthalt im Hochgebirge, da die Luft dort sauerstoffärmer ist. Aber auch krankhafte Zustände, zum Beispiel Lungen- und Herzkrankheiten, können die Sauerstoffversorgung des Körpers verschlechtern, was den Erythrozytenwert ebenfalls ansteigen lässt.

    Eine sogenannte Pseudopolyglobulie liegt dann vor, wenn aufgrund großer Flüssigkeitsverluste, wie beispielsweise bei starkem Durchfall oder Erbrechen, der prozentuale Anteil der Erythrozyten im Blut gestiegen ist. Die tatsächliche Anzahl der Erythrozyten ändert sich hierbei nicht.

  • Verminderter Erythrozytenwert (Anämie, Blutarmut)

    Es gibt zwei Hauptursachen für Blutarmut (Anämie):

    • Anämie aufgrund von Blutverlust: Nach Operationen, bei stark blutenden Wunden oder ähnlichem.
    • Anämie aufgrund verminderter Erythrozytenproduktion: Der Körper benötigt zur Herstellung von Erythrozyten Stoffe wie Eisen, Vitamin B 12 und Folsäure, welche dem Körper in kleinen Mengen durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Insbesondere die adäquate Eisenaufnahme (Eisenmangelanämie) ist häufig gestört, sei es durch falsche Ernährung oder Störungen der Eisenaufnahme im Darm. Auch bei dauerhaften Blutverlusten, zum Beispiel bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen (wie Morbus Crohn) benötigt der Körper vermehrt Eisen, um die "verlorengegangenen" Erythrozyten zu ersetzen. Ebenso ist während der Schwangerschaft und der Stillzeit der Eisenbedarf der Mutter erhöht.

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