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Stand: 18. Dezember 2012Veröffentlicht von: Dr. med. Fabian Weiland
Als großes Blutbild bezeichnen Mediziner eine Kombination aus kleinem Blutbild und dem sogenannten Differentialblutbild. Das Differentialblutbild untersucht die Unterarten der weißen Blutkörperchen. Ein großes Blutbild gibt dem Arzt unter anderem Aufschluss über mögliche Infektionen, eine gestörte Blutbildung oder eine Blutarmut (Anämie).
Der Arzt ordnet ein großes Blutbild an, wenn er zusätzlich zum kleinen Blutbild weitere Informationen über den Anteil der einzelnen weißen Blutzellen braucht. Diese Werte ermittelt ein kleines Blutbild nicht.
Ein großes Blutbild bestimmt die Konzentration der roten und der weißen Blutkörperchen inklusive aller Unterarten. Zudem ermittelt es die Konzentrationen der Blutplättchen sowie des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin, Hb). Schließlich zeigt ein großes Blutbild, in welchem Verhältnis feste und flüssige Blutbestandteile vorliegen (sog. Hämatokrit: prozentualer Anteil der Blutzellen am Gesamtblut).
Großes Blutbild = kleines Blutbild plus Differentialblutbild
Ein großes Blutbild informiert über die folgenden Werte:
| Normalwerte | ||
|---|---|---|
| Männer | Frauen | |
| Erythrozyten | 4,3-5,6 Mio./µl | 4,0-5,4 Mio./µl |
| Retikulozyten | 3-18/1.000 Erythrozyten | 3-18/1.000 Erythrozyten |
| Leukozyten | 3.800-10.500/µl | 3.800-10.500/µl |
| davon Granulozyten: | ||
| – stabkernige Neutrophile | 3 bis 5% | 3 bis 5% |
| – segmentkernige Neutrophile | 54 bis 62% | 54 bis 62% |
| – Eosinophile | 1 bis 4% | 1 bis 4% |
| – Basophile | 0 bis 1% | 0 bis 1% |
| davon Monozyten | 3 bis 8% | 3 bis 8% |
| davon Lymphozyten | 25 bis 45% | 25 bis 45% |
| Thrombozyten | 140.000-345.000/µl | 140.000-345.000/µl |
| Hämoglobin | 13-17 g/dl | 12-16 g/dl |
| Hämatokrit | 42-50% | 38-44% |
g = Gramm
µl = Mikroliter = 10-6 = 1 millionstel Liter
dl = Deziliter (100 Milliliter)
Hinweis: Die Normwerte für die Unterarten der weißen Blutkörperchen (Granulozyten etc.) können je nach Literatur um wenige Prozentpunkte abweichen. Die (möglichen) Nullwerte können dadurch zustande kommen, dass eine einzelne untersuchte Blutprobe mitunter beispielsweise keine basophilen Granulozyten enthält.
Ein großes Blutbild ist nicht zu verwechseln mit einer umfangreichen Blutuntersuchung, die – je nach Bedarf und Anlass – zum Beispiel die Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte ermittelt. Das "groß" dient hier nur dazu, es vom kleinen Blutbild abzugrenzen! Hinzu kommen tatsächlich nur die einzelnen Werte der weißen Blutkörperchen.
Die Werte im großen Blutbild können von Labor zu Labor etwas unterschiedlich ausfallen, da verschiedene Geräte zum Einsatz kommen. Daher ist es nicht unüblich, dass ein großes Blutbild je nach Arzt etwas andere Werte zeigt.
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