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Stand: 19. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Noch längst nicht gegen alle Infektionskrankheiten stehen wirksame Impfstoffe zur Verfügung, weshalb man nach neuen Wegen der Immunisierung sucht. Als mögliche Alternative zu den konventionellen Impfstoffen gelten hierbei DNA-Impfstoffe: Sie basieren – ebenso wie rekombinante Impfstoffe – auf Teilstücken des Erbguts von Bakterien oder Viren: dem Bauplan – der DNA – von Erregermerkmalen, die das Immunsystem aktivieren können (Antigene). Anstatt jedoch diese DNA erst in andere Zellen (z.B. Bakterien) einzuschleusen, welche dann die Antigene für die rekombinanten Impfstoffe bilden, kann man die DNA auch direkt in die Zellen des Menschen einschleusen, damit diese den Impfstoff selber herstellen. Normalerweise ist es für diese genetische Immunisierung nötig, die DNA in den Muskel zu spritzen; grundsätzlich kann der Körper sie jedoch sogar durch die Haut aufnehmen.
Ein großer Vorteil einer genetischen Immunisierung durch DNA-Impfstoffe besteht darin, dass das Antigen mehrere Wochen im Organismus zirkulieren kann, da der Organismus es ja selber nachbildet, während passiv zugeführte Eiweiße beziehungsweise Antigene oft nach nur wenigen Stunden aus der Blutbahn verschwinden.
Ein wichtiges Anwendungsgebiet für einen DNA-Impfstoff wäre die Masernimpfung bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten: Bisher ist erst ab einem Alter von zwölf Monaten eine aktive Schutzimpfung gegen die Masern möglich, weil der Impfstoff vorher nicht sicher wirksam ist (dies liegt unter anderem an dem unreifen Immunsystem jüngerer Kinder). Da Masern für Säuglinge besonders gefährlich sind, gab es Anfang der 90er Jahre in Afrika den Versuch, dieses Problem durch 100- bis 1.000-fach höhere Dosierungen des Impfstoffs zu lösen. Es kam aber zu schweren Rückschlägen in Form von atypischen Masernerkrankungen und erhöhter Sterblichkeit. Hier könnte die DNA-Impfung hilfreich sein und tatsächlich dazu beitragen, die Masern auszurotten. Die genetische Immunisierung mit DNA-Impfstoffen birgt aber auch Risiken: Die in den Menschen eingeschleusten DNA-Impfstoffe stellen fremdes Erbgut dar. Alle damit verbundenen möglichen Risiken sind sorgsam zu prüfen und abzuwägen. Es gibt allerdings zurzeit keine Hinweise darauf, dass das Erbgut des Menschen fremde DNA einbauen und dauerhaft in sich verankern kann.
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