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Stand: 20. März 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Bei Impfungen kommen verschiedene Impfstoff-Verabreichungsformen zum Einsatz. Die Injektion ist die häufigste Form der Impfung: Hierbei spritzt man den Impfstoff in den Muskel (intramuskulär), unter die Haut (subkutan) oder in die Haut (intradermal).
Bei den meisten heute verwendeten Impfstoffen ist es üblich, die Impfung intramuskulär zu verabreichen. Für diese Impfstoff-Verabreichungsform gilt grundsätzlich der Deltamuskel am Oberarm als die beste Impfstelle; bei Babys kann man die Injektionen stattdessen auch in den Oberschenkel verabreichen, wenn ihr Deltamuskel noch zu klein ist. Eine Injektionsimpfung in den Gesäßmuskel gilt allgemein nicht als empfehlenswert, da dann der Impfstoff nicht so gut wirkt und die Impfung außerdem häufiger mit Komplikationen verbunden ist.
Dass von den Impfstoff-Verabreichungsformen die intramuskuläre Injektion am weitesten verbreitet ist, steht allerdings im Widerspruch zu der Tatsache, dass die unmittelbar für den Aufbau einer Immunreaktion verantwortlichen Zellen in höchster Konzentration in der äußersten Schicht der Haut (= Oberhaut bzw. Epidermis) liegen. Eine Impfung per Spritze zu verabreichen bedeutet außerdem in der Regel, dass der Impfstoff nicht auf dem gleichen Weg in den Körper gelangt wie der Erreger, gegen den man sich impfen lässt. Ein in den Muskel gespritzter Impfstoff löst demnach nicht die wirksamste Immunreaktion aus.
Viele Krankheitserreger dringen über die Schleimhautoberfläche in den Körper ein, zum Beispiel über die Atemwege oder den Darm. Daher bietet sich als weitere Möglichkeit, eine Impfung zu verabreichen, die Schluckimpfung an: Bei dieser Impfstoff-Verabreichungsform nimmt der Körper den Impfstoff über den Magen-Darm-Trakt auf.
Zu den Erregern, die über die Schleimhautoberfläche in den Körper eindringen, gehört zum Beispiel der Erreger der Kinderlähmung (Polio). Die Polio-Schutzimpfung kann durch zwei Impfmethoden erfolgen – die Schluckimpfung nach Sabin und die Injektionsimpfung nach Salk:
Eine neue Entwicklung bei den Impfstoff-Verabreichungsformen ist die Spray-Impfung. Hierbei verabreicht man den Impfstoff über die Atemwege. Bei der Impfung gegen Masern könnte in Zukunft das Spray die Spritze ersetzen, da der eingeatmete Masern-Impfstoff besser wirkt als der per Nadel verabreichte Impfstoff. Außerdem ist die Spray-Impfung eine schnelle und schonende Methode, bei der die Infektionsrisiken durch verunreinigte Nadeln wegfällt.
Eine weitere Entwicklung in Sachen Impfstoff-Verabreichungsformen sind pflanzliche Impfstoffe aus gentechnisch veränderten Pflanzen wie beispielsweise ein Cholera-Impfstoff aus Bananen. Hierbei sollen die Bananen direkt einen Impfstoff gegen Cholera bilden. Der Vorteil dieses Impfstoffs bestünde in seiner einfachen Verabreichungsform: Er würde einfach durch den Verzehr der Banane in den Organismus aufgenommen. Außerdem hätte der Impfstoff in Form der Bananenschale eine natürliche und umweltfreundliche Verpackung.
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