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Grundlagen der Schutzimpfung

Die Schutzimpfung

Stand: 26. August 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Um einen Schutz gegen gefährliche Erreger zu erzielen, wird bei einer Schutzimpfung der natürliche immunologische Ablauf des Körpers genutzt. Hierbei lassen sich zwei Formen der Schutzimpfung unterscheiden: die aktive und die passive Immunisierung. Bei der aktiven Immunisierung (Vakzination) wird die Bildung von Antikörpern angeregt, bei der passiven Immunisierung werden diese direkt in den Organismus gebracht. In einigen Fällen kombiniert man auch beide Formen der Immunisierung miteinander (Simultanimpfung), um einen sofortigen und parallel dazu einen langfristigen Schutz aufzubauen.

Aktive Immunisierung (Vakzination)

Bei der aktiven Immunisierung (Impfung) werden abgeschwächte oder abgetötete Erreger oder Teilstücke eines Erregers dem Körper zugeführt, die eine abgeschwächte Form der Erkrankung auslösen sollen (Vakzination), die jedoch in der Regel beschwerdefrei verläuft. Es wird dabei wie bei einer normalen Infektion eine abgeschwächte körpereigene Immunantwort ausgelöst. Das Immunsystem erkennt die Erreger als fremd. Der Organismus reagiert entsprechend durch Bildung von Lymphozyten, welche Antikörper gegen den Erreger produzieren.

Die Erreger können bei der aktiven Immunisierung entweder abgeschwächt (Lebendimpfstoff) oder abgetötet (Totimpfstoff) verabreicht werden. Um Lebendimpfstoffe herzustellen, werden diese zunächst abgeschwächt. Hierfür werden die Erreger in einem speziellen Verfahren vermehrt. Die Erreger in den Lebendimpfstoffen können sich zwar noch vermehren, jedoch kein Vollbild der Erkrankung mehr auslösen. In einigen Fällen kann es zu leichten Krankheitssymptomen kommen, die der Erkrankung ähneln. Totimpfstoffe von Viren werden mithilfe tierischer oder menschlicher Zellkulturen sowie Hühnereiern gezüchtet, die mit den Viren angereichert werden. Anschließend werden die Viren inaktiviert. Sie verlieren dabei ihre Funktion als Krankheitserreger, behalten jedoch ihre Wirkung als Antigene.

Die aktive Immunisierung löst eine Immunreaktion und dadurch die Produktion von spezifischen Antikörpern aus, ohne dass es zum Ausbruch der Erkrankung kommt. Die abgeschwächte Form der Immunreaktion führt jedoch effektiv zur Entwicklung eines immunologischen Gedächtnisses. Die Gedächtniszellen beginnen dann bei der nächsten Begegnung mit demselben Erreger sofort und verstärkt spezifische Antikörper zu bilden.

Der Erreger wird bei der aktiven Immunisierung vom Körper abgetötet, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Diese Form der Schutzimpfung wirkt nach einigen Tagen bis Wochen und bietet jahrelange, teilweise auch lebenslängliche Immunität gegen einen Krankheitserreger.

Passive Immunisierung

Bei der passiven Immunisierung werden spezifische Antikörper in den Körper gebracht. Meist handelt es sich dabei um Antikörper menschlichen Ursprungs, in seltenen Fällen um tierisch gewonnene Antikörper. Eine passive Impfung erfolgt dann, wenn ein sofortiger Schutz erforderlich ist, zum Beispiel bei Kontakt mit einem Krankheiterreger oder bei einer kurzfristig bevorstehenden Reise. Mithilfe der passiven Immunisierung lassen sich Infektionen mit einem bestimmten Erreger vermeiden oder abschwächen. Die schützende Wirkung tritt dabei je nach Verabreichungsforum sofort oder innerhalb weniger Stunden ein. Die passive Immunisierung gewährleistet allerdings nur einen kurzfristigen Schutz von einigen Wochen bis Monaten gegen einen Erreger, da die Antikörper mit der Zeit vom Körper abgebaut werden. Spezifische Präparate, welche Antikörper mit bestimmten Krankheitserregern enthalten, werden beispielsweise zum Schutz vor Tollwut und Hepatitis A und Hepatitis B eingesetzt.

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