Startseite > Arztbesuch > Heilpflanzenlexikon > Johanniskraut
Diskussion und Erfahrungsaustausch im Forum Arzneimittel & Arzneitherapie
Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren
Stand: 25. September 2007Autor: Onmeda-Redaktion
Die Geschichte des Johanniskrauts (Hypericum perforatum) als Heilpflanze begann bereits vor über 2.000 Jahren.
Die verschiedenen Bestandteile des Johanniskrauts wurden bei Verbrennungen, Blasenbeschwerden, Fieber und der Wundbehandlung eingesetzt. Als "fuga daemonum", auch Teufelskraut, Hexenkraut oder Walpurgiskraut, fand es im Mittelalter bei der Teufelsaustreibung Verwendung. Die zu Heilenden litten vermutlich unter depressiven Verstimmungen, die sich in schweren Stimmungsschwankungen äußerten, was seinerzeit als Besessenheit interpretiert wurde.
Einer weiteren Legende nach entstand die Pflanze aus dem Blut Johannes des Täufers. Dieses Vorstellungen und die zahlreichen Namen, die der Pflanze gegeben wurden, gründen möglicherweise in dem Phänomen, dass aus den Blüten, wenn man sie zwischen den Fingerkuppen zerreibt, ein Saft austritt, der die Haut blutrot anfärbt.
Im Laufe der Jahrhunderte fand das Johanniskraut Anwendung als Heilkraut gegen viele Krankheiten. Die beruhigende Wirkung fand schon Paracelsus, der dem Kraut den Namen "Arnika der Nerven" gab. Medizinisch verwendet werden das aus den frischen Blüten gewonnene Johannisöl und das vor der Blüte geerntete Johanniskraut. Die Droge wird aus ost- und südeuropäischen Ländern importiert.
Der Name Hypericum (griech. hyper = über, eikon = Bild) leitet sich von einer früheren Aufgabe des Johanniskrauts ab. So wurde es lange Zeit zum Schutz vor Geistern oberhalb von Götterbildern angebracht: . Die gelben Blütenblätter scheinen wie mit unzähligen Punkten übersät, wobei es sich tatsächlich um Öl- und Harzdrüsen handelt. Diese Perforierung vervollständigt den Namen: perforatum. Seinen deutschen Namen hat das Johanniskraut, das auch Sonnwendkraut genannt wird, vermutlich, da es zur Sonnenwende (Johanni am 24. Juni) zu blühen beginnt.
Insgesamt gibt es rund 400 bekannte Arten des gelb blühenden Krauts, davon zehn in Mitteleuropa. Am häufigsten ist das heilkräftige Gemeine oder Tüpfeljohanniskraut (Hypericum perforatum). Hierbei handelt es sich um eine ausdauernde, bis zu 90 Zentimeter hohe Pflanze, deren Stängel im oberen Bereich verzweigt ist. Im durchscheinenden Licht wirken die gegenständigen Blätter vielfach perforiert. Die gelben, unsymmetrischen Blüten besitzen auffällig lange und zahlreiche Staubblätter und bilden traubig zusammengesetzte Trugdolden.
Erfahren Sie im Heilpflanzenlexikon mehr über die sanfte Alternative aus der Natur. mehr ...
Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...
Wir erfüllen die afgis-Transparenzkriterien. Das afgis-Logo steht für hochwertige Gesundheits-informationen.
Wir befolgen den HONcode-Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen. Kontrollieren Sie dies hier.
Onmeda zählt zu den zertifizierten Gesundheitswebseiten nach den Medisuch-Kriterien.
© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.