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Stand: 22. März 2007Autor: Onmeda-Redaktion
Der Holunder (Sambucus nigra) ist in Europa, Nordafrika, West- und Mittelasien beheimatet. Der Holunder ist ein bis zu sieben Meter hoher Baum mit gegenständig angeordneten Blättern. Die kleinen, gelblich-weißen Blüten sind in großen, trugdoldigen, flachen Blütenständen angeordnet.
Sie haben einen charakteristischen Geruch und schmecken schleimig-süß. Die getrockneten Blüten sind auch als Fliedertee bekannt. Die Beeren haben eine glänzend-schwarze bis schwarz-violette Färbung. Sie schmecken süß-säuerlich und sind nur nach Erhitzen genießbar.
In prähistorischen Stätten konnte durch den Fund von Holundersamen die frühe menschliche Nutzung dieses Baums belegt werden. In der Antike benutzte man den Holunder zum Schwarzfärben der Haare und schon Schriften dieser Zeit erwähnen ihn erstmals als Heilmittel.
In der christlichen Geschichte galt es als schweres Verbrechen, einen Holunderbaum zu fällen, da dies angeblich Unglück und sogar Tod bringen konnte. Angeblich soll sich Judas an einem Holunderbaum erhängt haben. Im Gegensatz dazu sahen die alten Germanen in ihm einen heiligen Baum, der der Schutzgöttin Frau Holle gewidmet war.
Die Volksmedizin fand über die Jahre zahlreiche Verwendung für den Holunder. Durch die Fähigkeit, die Ausscheidung zu fördern, wurde Holunder bei Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten als so genanntes "Blutreinigungsmittel" eingesetzt. Außerdem soll er bei Neuralgien und Ischias helfen.
Holunderblüten werden u.a. zur Zubereitung von Sekt und Wein verwendet. Außerdem ist der Hollerküchle bekannt, der aus in Ausbackteig getauchten und frittierten Blütenständen besteht. Medizinisch verwendet werden die Blüten des Holunders. Die reifen Beeren werden zur Saft- und Marmeladezubereitung genutzt und spielen medizinisch keine Rolle mehr. Die Droge wird hauptsächlich aus Portugal, Ungarn, Polen und Russland importiert.
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