Traditionelle chinesische Medizin (TCM)

Durchführung

Stand: 17. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Basis der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) ist es, dem Körper zu helfen, sich selbst zu heilen. Gezielte Reize sollen die Heilkräfte des Körpers wecken und stärken. Die Durchführung einiger Methoden der TCM erfolgen von speziellen Therapeuten, andere können selbstständig angewendet werden.

Fremdbehandlung Eigenbehandlung
Akupunktur Qigong
Arzneimitteltherapie Ernährungslehre, Lebensführung
Moxabehandlung Moxabehandlung
Tuina-Massage Tuina-Massage

Die TCM unterscheidet sich von der westlichen Schulmedizin unter anderem dadurch, dass sie auf der Fünf-Elemente-Lehre (Holz, Feuer, Erde, Wasser, Metall) sowie auf den Theorien von Yin und Yang (Gegensatzpaare wie z.B. weiblich und männlich), Qi (Lebensenergie) und anderen beruht. Diese ehemals abstrakten Begriffe liefern heutzutage eine Grundlage für das Verständnis von Naturgesetzen, die auch im Körper gültig sind.

Das Ziel der traditionellen chinesischen Medizin ist es, die Elemente sowie Yin, Yang und Qi im Körper im Gleichgewicht zu halten beziehungsweise das Gleichgewicht wieder herzustellen. Wird eine der Kräfte ungleich stärker oder schwächer, wird sie über die Behandlung mit ihrem Gegenstück wieder ausgeglichen. Die Diagnose wird dabei über vier Untersuchungsmethoden gestellt:

  • Befragung (Lokalisation des Schmerzes, der Stimmung, …)
  • Betrachten (Körperhaltung, Zungenbelag, …)
  • Hören, Riechen (Atmung, Schweiß, Stuhlgang, …)
  • Betasten (Puls, Akupunktur-Punkte, …)

Können während der Untersuchung schwer wiegende Erkrankungen nicht ausgeschlossen werden, müssen diese (zunächst) schulmedizinisch diagnostiziert und gegebenenfalls behandelt werden. Bei "leichteren" Funktionsstörungen kann eine Behandlung mittels der TCM erfolgen.

Dabei beruht die TCM darauf, Beschwerden mit ihrem Gegenteil zu therapieren und den Körper so wieder in Balance zu bringen. Frieren wird mit Wärme behandelt, Schwitzen mit Kälte. Bei Schwäche wird der Körper angeregt, bei Überaktivität beruhigt.

Arzneimitteltherapie

Ein Mann wiegt Kräuter ab.

Die größte Rolle in der TCM spielt die Arzneimitteltherapie mit etwa 80 Prozent der Anwendungen. Grundlage der Arzneimitteltherapie sind Naturstoffe mit bestimmten Eigenschaften, die vorwiegend als Tees verabreicht werden. Dabei muss es sich nicht ausschließlich um pflanzliche Naturstoffe handeln – auch tierische Produkte und Mineralien finden Verwendung. Unterschiedliche Stoffe, die sich in ihrer Wirkung ergänzen, werden gemischt und als sogenannter Dekokt eingenommen. Dabei wird die Arzneimittelmischung in kaltes Wasser gegeben, zweimal aufgekocht und dann abgegossen.

Äußere Anwendungen

Zu den äußeren Anwendungen in der TCM gehören Akupunktur, Moxabehandlung und Tuina-Massage. Über bestimmte Akupunktur-Punkte am Körper können alle Organe beeinflusst werden. Verstärkt wird diese Behandlung, indem Moxawolle an den Nadeln abgebrannt wird. Die Nadeln erhitzen sich so und können gegen Frieren oder kalte Hände und Füße eingesetzt werden. Moxawolle kann auch unabhängig von den Akupunktur-Nadeln eingesetzt werden, etwa in Form von Moxazigarren, über die die Akupunktur-Punkte erwärmt werden. Bei der Tuina-Massage wird im Wechsel fest und leicht massiert, wobei diese Art der Massage der Akupressur ähnlich ist.

Moxabehandlung und Tuina-Massage können bei einem gelernten TCM-Therapeuten erlernt und in der Folge selbstständig angewendet werden.

Auch Qigong kann erlernt und anschließend selbstständig angewendet werden. Es dient dazu, den Körper mittels Atemübungen, Bewegungen und Meditation in Einklang zu bringen.

Ernährungslehre

Die Ernährungslehre spielt eine große Rolle in der traditionellen chinesischen Medizin. Sie lehnt sich stark an die Arzneimitteltherapie an. Die Ernährungslehre der TCM gründet sich auf den Pfeilern Ausgewogenheit, Nahrungs- und Trinkmenge sowie dem Nicht-Fasten. Fasten wird – außer bei Beschwerden wie Völlegefühl – als schädlich angesehen.

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