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Osteopathie

Stand: 1. April 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Die Osteopathie ist eine diagnostische (befunderhebende) und therapeutische Methode aus dem Bereich der manuellen Therapie. Ziel der Osteopathie-Behandlung ist es, Störungen und Blockierungen im Körper – vor allem im Bereich des Bewegungsapparates – zu erkennen und zu behandeln.

Man sieht zwei Hände, die Druck auf den Rücken ausüben.

Die Osteopathie sieht den Körper als zusammenhängendes funktionales Ganzes – als Einheit: Alle Strukturen, Muskeln und Organe beeinflussen sich gegenseitig. Dadurch kann eine Funktionseinschränkung Beschwerden in einer ganz anderen Körperregion hervorrufen. Aufgrund dieses "ganzheitlichen" Therapieansatzes wird in der Osteopathie immer der gesamte Organismus untersucht. Und häufig behandelt der Osteopath Körperregionen, die beschwerdefrei sind und auf den ersten Blick nicht mit den aktuellen Beschwerden zusammenhängen.

Die Osteopathie geht davon aus, dass ein Organismus nur dann gut funktioniert, wenn alle Körperstrukturen beweglich sind. Eine eingeschränkte Beweglichkeit führt zu Funktionsstörungen. Dies betrifft nicht nur Gelenke und Muskeln, sondern auch alle inneren Organe, Nerven, Sehnen und Bänder – auch wenn die Bewegung nur minimal und im Alltag kaum spürbar ist. Die Nieren zum Beispiel bewegen sich mit jedem Atemzug circa 1,5 Zentimeter aus der Mittellage auf- und abwärts. Zusammengerechnet ergibt das eine Strecke von etwa 500 Metern, die sie täglich zurücklegen.

Namensgeber und Begründer der Osteopathie ist der US-amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828–1917). Er untersuchte den Zusammenhang zwischen den Fehlstellungen der Knochen (griech.: osteon = Knochen) und den daraus resultierenden Leiden (griech.: páthos = Leiden, Krankheit). Dabei beobachtete er insbesondere, wie sich die Fehlstellungen auf die weichen Gewebe wie die inneren Organe, Faszien (Bindegewebshüllen), Nerven und Gefäße auswirken. Sein Schüler William Garner Sutherland (1873–1954) erweiterte das Therapiekonzept der Osteopathie um die craniosacrale Osteopathie. In den 1940er Jahren entwickelten Osteopathen Stills Behandlungskonzept weiter zur viszeralen Osteopathie.

In der Osteopathie gibt es folgende Grundannahmen:

  • Die Beweglichkeit aller Körperstrukturen ist Grundlage für einen gesunden Organismus. Das heißt, jede Veränderung der Beweglichkeit führt zu einer Funktionsstörung.
  • Der Organismus ist eine funktionale Einheit: Struktur und Funktion hängen voneinander ab.
  • Der Körper verfügt über Selbstheilungskräfte, die durch Reize von außen angeregt werden können.

Bei einer Osteopathie-Behandlung werden nicht nur Gelenke, Bänder und Muskeln behandelt, sondern auch die inneren Organe, die Faszien (Bindegewebshüllen) und das Nervensystem. Dadurch sollen Störungen im Gefäßsystem behoben werden, damit Körperflüssigkeiten wie Blut, Lymphe und Hirnflüssigkeit (Liquor) ungehindert fließen können. Dies soll zunächst zu einer Verbesserung der Funktionen im behandelten Bereich und anschließend zu einer Funktionsverbesserung im gesamten Körper führen.

Die Osteopathie unterscheidet drei Systeme:

  • das parietale System: Hierzu gehören der Halte- und Stützapparat mit Skelett, Muskeln, Bändern und Faszien (Bindegewebshüllen).
  • das viszerale System: Dies umfasst die inneren Organe im Brust-, Bauch- und Beckenraum mit allen dazugehörigen Gefäßen, Nerven, Lymphbahnen und Faszien.
  • das craniosacrale System: Es besteht aus dem Schädel (lat. cranum), dem Rückenmarkskanal und dem Kreuzbein (lat. sacrum) mit den dazugehörigen Strukturen wie Hirnhäuten und Hirnflüssigkeit.

Entsprechend diesen Systemen unterteilt man die Osteopathie in drei Bereiche:

  • die parietale Osteopathie,
  • die viszerale Osteopathie und
  • die craniosacrale Osteopathie.

Dennoch lassen sich diese Systeme in der Osteopathie nicht getrennt voneinander betrachten, weil sie funktionelle und anatomische Gemeinsamkeiten haben. Die Trennung der Bereiche beschreibt lediglich die unterschiedlichen Herangehensweisen bei Diagnose und Therapie.

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