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Mistel und Misteltherapie

Anwendungsgebiete

Stand: 13. Dezember 2007Autor: Onmeda-Redaktion

Mistelextrakte kommen heute vor allem als ergänzende Behandlungsmethode bei bösartigen Tumoren und bei Rheumaerkrankungenzum Einsatz.

Bei der unterstützenden (adjuvanten) Behandlung von rheumatischen Erkrankungen mit Mistelextrakten wird der Effekt der Immunstimulation ausgenutzt. Die so genannten Viscotoxine der Mistel (viskos = lat. zähflüssig, leimartig) sind giftig und führen bei intrakutaner (in die Haut) und subkutaner (unter die Haut) Injektion zu einer örtlich begrenzten Entzündung. Auf Basis verschiedener Immunprozesse kommt es zu einer allgemeinen anti-entzündlichen Reaktion des Körpers, die sich auch gegen die entzündlichen Prozesse, die mit der Rheumaerkrankung einhergehen, richtet und lokal schmerzhemmend wirkt.

Bei dieser speziellen Behandlung von Rheumaerkrankungen ist allerdings große Vorsicht bzgl. der Höhe der Dosierung des Mistelextrakts geboten. Zu hohe Konzentrationen der giftigen Viscotoxine können zum Absterben der Gewebsteile (Nekrosen) rund um die Injektionsstelle führen und sollten daher unbedingt vermieden werden. Der Einsatz von Mistelpräparaten kann die Behandlung von Rheumaerkrankungen mit den üblicherweise verwendeten Antirheumatika nicht ersetzen, sondern lediglich unterstützen.

In der anthroposophischen Medizin spielt die Behandlung von bösartigen Tumoren mit Mistelpräparaten eine zentrale Rolle. Der Nachweis der zytotoxischen und immunmodulierenden Wirkung einzelner Inhaltsstoffe der Mistelpflanze in Laboruntersuchungen und Tierversuchen schien vielversprechend und führte zu der Hoffnung, die Misteltherapie zu einem wesentlichen Bestandteil auch der so genannten schulmedizinischen Krebsbehandlung machen zu können. Über die Wirksamkeit der Mistelextrakte in der klinischen Behandlung von Tumoren liegen allerdings nur sehr wenige eindeutige Ergebnisse vor.

Der in der Literatur bei der Beschreibung von Einzelfällen immer wieder berichtete erhöhte Lebensmut der Patienten nach der Behandlung mit Mistelpräparaten darf für den Verlauf einer Tumorerkrankung keinesfalls unterschätzt werden. Die Berichte zeigen, dass vor allem Patienten, die es gewohnt sind, sich aktiv mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen, positiv auf die Misteltherapie reagieren. Sie entwickeln das Gefühl, unmittelbarer an der therapeutischen Bekämpfung ihrer Erkrankung beteiligt zu sein, was wesentlich zur Erhöhung ihrer Lebensqualität beiträgt.

Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist eine allgemeine Aussage zur Wirksamkeit der Mistelpräparate bei der Behandlung von bösartigen Tumoren jedoch nicht möglich.

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Misteltherapie

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