Zytokine: Benennung und Einteilung der Zytokine

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (30. November 2012)

Die Benennung der Zytokine ist uneinheitlich: Viele Zytokine bezeichnet man als Interleukine (IL-) und nummeriert sie von 1 aufsteigend durch (also IL-1, IL-2, IL-3 usw.). Andere Zytokine sind nach ihrer Funktion benannt, wie z.B. TNF-α (sog. Tumornekrosefaktor). Die Einteilung der Zytokine erfolgt meist nach ihrer Wirkung während einer Immunantwort. Hierbei unterscheidet man entzündungsfördernde und entzündungshemmende Zytokine:

Entzündungsfördernde (proinflammatorische) Zytokine sorgen beim Eindringen eines Erregers für das Anlocken von Immunzellen zum Infektionsort, eine stärkere Durchblutung des betroffenen Gewebes und für die Aktivierung der Immunzellen. Zu den Zytokinen, die den Entzündungsprozess anregen, gehören:

  • Tumornekrosefaktor (TNF)-α
  • IFN (Interferon)-γ
  • IL-1
  • IL-2
  • IL-6
  • IL-12
  • Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (M-CSF)
  • Granulozyten/Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF)

Entzündungshemmende (antiinflammatorische) Zytokine dagegen sorgen dafür, dass nach erfolgreicher Bekämpfung des Krankheitserregers die Entzündung wieder abklingt und sich die aktivierten Zellen abschalten. Außerdem reguliert das Wechselspiel zwischen entzündungsfördernden und -hemmenden Zytokinen den wirksamen Ablauf der Immunabwehr. Zytokine, welche die Entzündungsantwort unterdrücken, sind zum Beispiel:

  • IL-10
  • Transformierender Wachstumsfaktor (TGF)-β

Die entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Zytokine sind bei einer Immunreaktion in bestimmten Mengen im Körper vorhanden – sie befinden sich in einem Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht ist Voraussetzung für eine wirksame Bekämpfung des Erregers, aber auch dafür, dass die Immunreaktion wieder zum Erliegen kommt.

Wenn das Gleichgewicht und damit das Zusammenwirken entzündungsfördernder und entzündungshemmender Zytokine gestört ist, kommt es zu schwerwiegenden Erkrankungen, da entweder das Immunsystem den Krankheitserreger nicht beseitigen kann oder die Immunreaktion nicht zum Erliegen kommt, obwohl der Erreger nicht mehr vorhanden ist. Liegen beispielsweise entzündungsfördernde Zytokine im Überschuss vor oder sind zu wenig entzündungshemmende Zytokine vorhanden, entsteht eine chronische Entzündung. Zu den Erkrankungen, bei denen das Zytokingleichgewicht gestört ist, gehören Psoriasis, Morbus Crohn und rheumatoide Arthritis.