Die Zunge

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (06. Juni 2013)

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Ob Sprechen, Schmecken oder Küssen – die Zunge ist ein äußerst beweglicher Muskel, der im alltäglichen Leben ständig im Einsatz ist. So befinden sich auf der Zunge zum Beispiel Sinneszellen für Geschmacks- und Tastempfindungen und Zellen, die für die Körperabwehr eine wichtige Rolle spielen.

Die Zunge ist mit Abstand der beweglichste Muskel im menschlichen Körper. Kein Wunder, denn sie verfügt als einziger Muskel über dreidimensionale Muskelfasern, das heißt, sie besteht aus Fasern, die sich in drei Richtungen bewegen können.

Dieser einmalige Muskelaufbau sorgt dafür, dass wir die Lage der Zunge vielfältig verändern können. Dadurch sind verschiedenste Bewegungen möglich, zum Beispiel das Heben und Senken oder das Verlängern und Verkürzen der Zunge, was uns unter anderem dazu befähigt, die Zunge herauszustrecken.

So manch einem mag die Beschaffenheit der Zunge seltsam vorkommen – etwas rau, aber gleichzeitig weich und samtig. Ihre Farbe ist meist matt und weißlich, in der Mitte verläuft die sogenannte Zungenrinne. Man unterscheidet Zungenspitze, Zungenrücken und Zungenwurzel. Der Zungenrücken, also die Oberseite der Zunge, ist mit einer straffen Bindegewebsplatte ausgestattet, über die sich eine besondere Schleimhaut legt.

Die Zunge hat viele Funktionen, die für den Alltag sehr wichtig sind. Dazu gehören:

  • Essen und Trinken
  • Schmecken
  • Tasten
  • Sprechen
  • Saugen
  • Immunabwehr

Der Zungenrücken ist mit zahlreichen Sinneszellen ausgestattet, die dem Geschmacks- und Tastsinn dienen. Die Zungenwurzel stellt die Verbindung zwischen Mundboden und Zunge her. Sie wird auch als Zungengrund bezeichnet.

Das Besondere an der Zungenschleimhaut sind ihre Papillen oder auch Zungenwärzchen. Sie werden als Erhebungen auf der Zunge sichtbar, die durch Zellen oder Zellgruppen entstehen, die sich in tiefer liegenden Schichten befinden und nach außen wölben. Die Papillen teilen sich in mechanische Papillen und in Geschmackspapillen.

Die mechanischen Papillen verbinden einerseits die Zunge mit der Schleimhaut, andererseits ist hier der Tastsinn verankert. Mithilfe der mechanischen Papillen können wir Form und Festigkeit von Nahrungsmitteln ertasten.

In den Geschmackspapillen befinden sich Geschmacksknospen, die sich aus einzelnen Sinneszellen zusammensetzen und mit deren Hilfe wir schmecken. Sie machen einen großen Teil der Zungenoberfläche aus. Insgesamt verfügt der Mensch über 5.000 bis 10.000 Geschmacksknospen. Die meisten davon befinden sich in den wallförmigen Papillen im hinteren Drittel der Zunge. In den pilzförmigen Papillen in den vorderen zwei Dritteln befinden sich deutlich weniger Geschmacksknospen.