Die weibliche Brust (Mamma): Entwicklung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (07. Juli 2015)

In den ersten Wochen nach der Geburt ist sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen oft eine leichte Schwellung der Brustdrüsen zu bemerken. Diese entsteht durch weibliche Sexualhormone, die während der Schwangerschaft vom Blutkreislauf der Mutter über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes übergegangen sind. Durch diesen hormonellen Einfluss sind die Milchgänge in der Brust des Kindes erweitert. Bei einigen Neugeborenen gibt die Brustdrüse auch ein milchiges Sekret ab – die sogenannte Hexenmilch.

Da nach der Geburt die Konzentration der mütterlichen Hormone im Körper des Neugeborenen wieder abnimmt, bildet sich die Brustschwellung in den nächsten Wochen zurück. Eine Hexenmilch-Produktion ist auch bei Jungen unter dem Einfluss der mütterlichen Hormone möglich, da sowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Embryo Brustdrüsen angelegt sind. Später sind diese beim erwachsenen Mann jedoch weder funktionsfähig noch voll ausgebildet: Zwar sind auch in der männlichen Brust verzweigte Milchgänge vorhanden, diese erreichen aber die Brustwarze in der Regel nicht.

Die Brust in der Pubertät

Mit Beginn der Pubertät verändert sich bei Mädchen der Hormonspiegel im Blut: Es werden vermehrt weibliche Sexualhormone ausgeschüttet, die zu verschiedenen Veränderungen führen. Eine davon ist die Entwicklung der weiblichen Brust (Mamma).

Die weibliche Brust gehört zu den sekundären Geschlechtsmerkmalen. Die Entwicklung der Brust ist meist das erste Anzeichen dafür, dass bei einem Mädchen die Pubertät einsetzt und es beginnt, geschlechtsreif zu werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Mädchen etwa zwischen neun und zwölf Jahre alt. Die erste Knospung der weiblichen Brust in diesem Alter bezeichnet man fachsprachlich auch als Thelarche. Im Laufe der Pubertät nimmt das Drüsengewebe durch den Einfluss von Hormonen zu und die weibliche Brust vergrößert sich um das bis zu 20-Fache.

Das Bild zeigt eine Frau, die ihre Brust abtastet. © Jupiterimages/BananaStock

Kurz vor Beginn der Regelblutung nehmen viele Frauen eine Veränderung ihrer Brüste wahr.

Bei der geschlechtsreifen Frau unterliegt die Brust zudem hormonellen Veränderungen im Rahmen des Menstruationszyklus, die sich bei einigen Frauen spürbar auf Größe und Form der Brust auswirken können. Vor Beginn der Regelblutung ist die weibliche Brust häufig leicht geschwollen und schmerzt unter Umständen. Solche Veränderungen im Rahmen des Zyklus sind normal und unbedenklich.

Die Brust in der Schwangerschaft

Die weibliche Brust verändert sich auch in der Schwangerschaft durch hormonelle Einflüsse. Die Brustdrüse bereitet sich auf das bevorstehende Stillen und die dafür nötige Milchproduktion vor. Bei vielen Frauen vergrößert sich die Brust (oft schon früh) in der Schwangerschaft deutlich, was sich häufig dadurch bemerkbar macht, dass die Brust spannt und empfindlicher ist. Bei einigen Frauen beginnt die Brust auch schon früh in der Schwangerschaft damit, die sogenannte Vormilch zu bilden. Daher kann schon vor der Geburt des Babys etwas Flüssigkeit aus der Brust austreten.

Die Brust in der Stillzeit

Auch während der Stillzeit verändert sich die weibliche Brust. Hormone, die der Körper der Frau als Reaktion auf das Saugen des Kindes an der Brustwarze ausschüttet, fördern die Milchproduktion der mütterlichen Brust, wodurch oft auch der Brustumfang zunimmt. Außerdem kann sich die mit Milch gefüllte Brust hart und heiß anfühlen – nach dem Stillen sollte sie aber weich sein und auch die Temperatur nachlassen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie das vom Arzt überprüfen lassen.

Die Brust in den Wechseljahren

In den Wechseljahren beziehungsweise nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, stellt der Körper der Frau die Produktion von weiblichen Sexualhormonen nach und nach ein. Als Folge davon bildet sich das Drüsengewebe zurück – die Brust wird kleiner und hängt.