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Das vegetative Nervensystem

Veröffentlicht von: Till von Bracht (01. Oktober 2015)

© Jupiterimages/iStockphoto

Ob Atmung, Verdauung, Stoffwechsel oder Wasserhaushaltdas vegetative Nervensystem steuert rund um die Uhr alle lebenswichtigen Grundfunktionen des menschlichen Körpers.

Dies geschieht weitgehend ohne unseren Willen. Deshalb kann man zum Beispiel nicht nach Belieben die Verdauung stoppen oder die Blutgefäße weiten. Selbst bei Bewusstlosigkeit übt das vegetative Nervensystem noch seine Funktionen aus.

Neben den überlebenswichtigen Vitalfunktionen kontrolliert das vegetative Nervensystem auch einzelne Organe und Organsystem, wie zum Beispiel

Da sich das vegetative Nervensystem nicht bewusst steuern lässt, – es verhält sich sozusagen "autonom" – wird es häufig auch als autonomes Nervensystem bezeichnet.

Das vegetative Nervensystem sorgt dafür, dass sich die Organe und Drüsen des Menschen sehr schnell an äußere Bedingungen anpassen. Ist einem Menschen beispielsweise warm, erhöht das vegetative System die Durchblutung der Haut und regt die Schweißdrüsen an, um den Körper abzukühlen.

Das vegetative Nervensystem stellt sozusagen den "Vermittler" zwischen den nicht-steuerbaren Körperfunktionen und dem Gehirn dar: Auf der einen Seite empfängt es Signale aus dem Gehirn und leitet sie an die entsprechenden Organe weiter – andererseits kann es auch Meldungen des Körpers erfassen und an das Gehirn übertragen.

Ein Beispiel: Das vegetative Nervensystem überwacht ständig den Zustand der Harnblase. Sobald die Harnblase mit rund 300 bis 500 Milliliter Urin gefüllt ist, schickt das vegetative Nervensystem die Information an das Gehirn. Die Folge: Man verspürt das Bedürfnis, die Blase zu entleeren.

Auch emotionale Zustände wie etwa Trauer, Wut oder Angst beeinflussen das vegetative Nervensystem und führen dementsprechend zu einer Reaktion des Körpers. Verschiedene Einflüsse oder Krankheiten können das vegetative Nervensystem stören und in der Folge zu körperlichen Symptomen führen, die nicht auf organische Ursachen zurückzuführen sind. Störungen des vegetativen Nervensystems äußern sich zum Beispiel in Schlafstörungen, Appetitstörungen oder Störungen der Schweißbildung

Nervensystem des Menschen © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Das vegetative Nervensystem regelt u.a. Atmung, Verdauung, Stoffwechsel und Wasserhaushalt.

Grundsätzlich lässt sich das vegetative Nervensystem in drei verschiedene Nervensysteme unterteilen – in

Das enterische Nervensystem reguliert weitgehend unabhängig vom Gehirn die Bewegung des Darmes bei der Verdauung.

Der Sympathikus und der Parasympathikus wirken im Körper meist als Gegenspieler: Der Sympathikus versetzt den Körper in einen Zustand höherer Aufmerksamkeit und Fluchtbereitschaft, der Parasympathikus hingegen bringt den Menschen in einen Ruhezustand.

In einer gefährlichen Situation setzt das sympathische Nervensystem den Körper in Alarmbereitschaft. Die Folge: Das Herz schlägt schneller, die Pupillen weiten sich und der Blutdruck steigt.

Besteht keine Gefahr mehr, setzen die Funktionen des Parasympathikus ein: Der Mensch beruhigt sich, seine Herzfrequenz sinkt, seine Schweißdrüsen arbeiten nicht mehr verstärkt und auch seine Lungen benötigen weniger Sauerstoff.

Neben dem vegetativen Nervensystem besitzt der menschliche Körper noch ein zweites Nervensystem – das sogenannte somatische Nervensystem.

Das somatische Nervensystem unterliegt größtenteils der willkürlichen Kontrolle des Menschen – man kann es also bewusst steuern. Mithilfe des somatischen Nervensystems koordiniert der Mensch beispielsweise Bewegungen (Motorik), so etwa das Heben der Hand oder die Krümmung des kleinen Zehs. Darüber hinaus verarbeitet das somatische Nervensystem sensorische Informationen wie Berührungen oder die Temperatur und leitet sie an das Gehirn weiter.


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