Serotonin: Wirkung

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. Januar 2011)

Serotonin zeigt an vielen unterschiedlichen Körperstellen seine Wirkung. Wie Serotonin wirkt, ist abhängig davon, auf welche Art von Rezeptor die Substanz trifft. Rezeptoren befinden sich zumeist auf der Oberfläche einer Zelle. Dockt eine Substanz an den für sie passenden Rezeptor an, löst sie so bestimmte Reaktionen aus.

Auf diese Weise kann Serotonin beispielsweise dazu führen, dass sich Blutgefäße zusammenziehen (kontrahieren), aber es kann auch – wenn es sich an einen anderen Rezeptor bindet – Blutgefäße erweitern und so eine gegensätzliche Wirkung erzielen.

95 Prozent des menschlichen Serotoninvorrats sind in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts gespeichert, insbesondere im Darm. Dort reguliert Serotonin die Darmbewegungen. Die Blutplättchen (Thrombozyten) nehmen Serotonin aus den Blutgefäßen des Darms auf. Bei Verletzung eines Blutgefäßes setzen die Blutplättchen das Serotonin frei. Hier wirkt Serotonin gefäßverengend, sodass es die Blutgerinnung unterstützt.

Auch wenn sich im Gehirn nur eine vergleichsweise geringe Menge körpereigenen Serotonins befindet, hat es dennoch eine starke Wirkung. Ursprung der Serotoninproduktion im Gehirn sind die sogenannten Raphekerne, deren Fasern sich in unterschiedliche Hirnbereiche ausbreiten. Die Raphekerne befinden sich im Hirnstamm.

Man sieht eine Frau, die mit ihren Händen einen Kreis vor ihrem Bauch formt. © Jupiterimages/iStockphoto

95 Prozent des menschlichen Serotoninvorrats sind in der Schleimhaut des Magen-Darm-Trakts gespeichert.

Serotonin erfüllt zahlreiche Funktionen. So beeinflusst es unter anderem:

  • Stimmung, Antrieb und Impulskontrolle
  • den Schlaf-Wach-Rhythmus
  • das Schmerzempfinden
  • das Hungergefühl
  • die Körpertemperatur
  • die Darmbewegung
  • die Gefäßmuskulatur
  • die Blutgerinnung

Zudem kann Serotonin, wenn es an bestimmte Rezeptoren im Brechzentrum andockt, Übelkeit und Erbrechen auslösen. Zum Beispiel nach einer Krebsbehandlung mit Zytostatika oder nach einer Strahlentherapie setzen die Zellen des Magen-Darm-Traktes vermehrt Serotonin frei. Gegen die Beschwerden helfen daher als Mittel gegen Übelkeit (Antiemetika) sogenannte Serotonin-Antagonisten (5-H-T3-Rezeptor-Antagonisten) mit Wirkstoffen wie Ondansetron oder Granisetron. Diese Medikamente verhindern die Reizung der Bindungsstellen an den aufsteigenden Nervenfasern des Vagusnerven und in der Area postrema des Gehirns, die zum Brechzentrum führen.

Die Wirkung von Serotonin ist also sehr vielfältig – Serotonin ist mehr als nur ein "Glückshormon".