Serotonin: Serotonin und Depression

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. Januar 2011)

Menschen mit einer Depression weisen einen Mangel an Serotonin in der Hirnflüssigkeit (Liquor) auf.

Weil Serotonin die Stimmung aufhellen kann, greifen viele Psychopharmaka gezielt in den Serotoninstoffwechsel ein. So behandelt man eine Depression beispielsweise häufig mit sogenannten Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) wie zum Beispiel mit den Wirkstoffen Citalopram oder Venlafaxin.

Botenstoffe wie Serotonin sind nötig, um elektrische Reize von einem Nerv zum anderen zu übertragen. Dazu setzt die Endigung des gereizten Nervs am Übergang zum Nachbarnerv einen Botenstoff frei. Der Botenstoff – zum Beispiel Serotonin – bindet sich an einen entsprechenden Rezeptor des Nachbarnervs und löst dort ein elektrisches Signal aus, welches weitergeleitet wird.

Hat das Serotonin so seine Aufgabe erledigt, wird es anschließend entweder abgebaut oder wieder in die ausschüttende Nervenzelle aufgenommen. Wenn die Wiederaufnahme in die Zellen zum Beispiel zu rasch erfolgt, ist die Übertragung von Nervenzelle zu Nervenzelle gestört – das Serotonin kann seine Wirkung nicht erfüllen.

Man sieht eine müde, blonde Frau. © Jupiterimages/Stockbyte

Bei einer Depression liegt ein Serotoninmangel im Gehirn vor.

Da man erkannte, dass der Botenstoff Serotonin gerade bei Depressionen eine große Rolle spielt, entwickelten Forscher die selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer. Sie verhindern, dass Serotonin wieder in die Nervenzelle aufgenommen wird. Es liegt also mehr freies Serotonin im Gehirn zur Übertragung von Nervensignalen vor, was eine Depression günstig beeinflusst. Besonders die stimmungsaufhellende Wirkung wird mit diesem vermehrten Serotonin-Angebot in Zusammenhang gebracht.