Serotonin: Macht Serotonin aus der Nahrung glücklich?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (18. Januar 2011)

Ob Walnüsse, Bananen oder Ananas: Das Glückshormon Serotonin ist in so manchen Nahrungsmitteln enthalten. Aber: Wird man wirklich glücklich, wenn man Serotonin mit der Nahrung aufnimmt? Ganz so einfach ist es leider nicht.

Beim Genuss einer Banane beispielsweise gelangt das darin enthaltene Serotonin vom Darm aus ins Blut. Um glücklich zu machen, müsste Serotonin jedoch im Gehirn wirken können. Genau dies verhindert jedoch die sogenannte Blut-Hirn-Schranke. Diese Schranke trennt die Hirnsubstanz vom Blutstrom und lässt nur ganz bestimmte Substanzen ins zentrale Nervensystem eindringen. Serotonin gehört nicht dazu. Fazit: Wer Serotonin über die Nahrung aufnimmt, wird damit nicht glücklicher. Nur das Serotonin, das in den Nervenzellen direkt im Gehirn entsteht, kann dort auch wirken.

Anders sieht es bei den Vorstufen des Serotonins aus, so zum Beispiel bei der Aminosäure Tryptophan. Sie gelangt durch die Blut-Hirn-Schranke hindurch und kann dort für die Produktion von Serotonin sorgen. Tryptophan in der Nahrung – es ist beispielsweise in Milch, Käse oder Fleisch enthalten – kann also durchaus dazu führen, dass das Glückshormon im Gehirn gebildet wird.

Eine Frau schält eine Banane. © Jupiterimages/Stockbyte

Wer Serotonin über die Nahrung aufnimmt, wird damit nicht automatisch glücklicher.

Jedoch: Viele Faktoren beeinflussen, ob dies auch tatsächlich geschieht. Außerdem sind die in Lebensmitteln enthaltenen Mengen an Tryptophan so gering, dass sie kaum zu merklichen Effekten führen werden.

Aber warum machen Lebensmittel wie Schokolade, die Tryptophan enthalten, dann trotzdem glücklich? Ursache ist weniger eine mögliche Serotoninproduktion – sondern vielmehr das Aroma der Schokolade. Nicht zuletzt spielt auch eine gewisse Gewohnheit eine Rolle: Wer belohnt sich nicht gern mit einem Stück Schokolade oder greift in immer den gleichen Situationen zum süßen Trost? Das dabei entstehende Glücksgefühl ist eher auf den Botenstoff Dopamin zurückzuführen, der für unser Belohnungssystem zuständig ist und bei Genuss ausgeschüttet wird.