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Die Schweißdrüsen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. Juni 2012)

© iStock

Wenn von Schweißdrüsen die Rede ist, sind meist die sogenannten "ekkrinen Schweißdrüsen" (Glandulae sudoriferae eccrinae) gemeint. Jeder Mensch besitzt davon etwa zwei bis vier Millionen. Bis auf wenige Ausnahmen findet man sie auf der gesamten Haut verteilt, wenn auch nicht überall in gleicher Häufigkeit.

Ekkrine Schweißdrüsen produzieren das, was die meisten mit Schweiß meinen, nämlich die klare, salzhaltige Flüssigkeit, die zum Beispiel bei Anstrengung oder Hitze produziert wird. Anatomisch gesehen gibt es jedoch noch eine zweite Sorte Schweißdrüsen – die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae apocrinae), auch Duftdrüsen genannt. Während ekkrine Schweißdrüsen fast überall vorkommen, gibt es Duftdrüsen nur in bestimmten Körperbereichen. Sie bilden ein milchig-trübes Sekret.

Besonders viele ekkrine Schweißdrüsen versammeln sich auf der Stirn, den Handflächen und den Fußsohlen – auf letzteren finden sich im Durchschnitt 600 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter. Auf dem Rücken gibt es dagegen mit etwa 60 Schweißdrüsen pro Quadratzentimeter deutlich weniger Schweißdrüsen. Gar keine Schweißdrüsen besitzen die Lippen und die innere Seite der Penisvorhaut.

Ekkrine Schweißdrüsen zählen wie die Haare und Nägel zu den sogenannten Anhangsgebilden der Haut. Sie bestehen aus unverzweigten röhrenförmigen Einzeldrüsen, die einen Durchmesser von 0,4 Millimetern haben und direkt zur Hautoberfläche führen. In der Haut selbst sind die Drüsen zum Ende hin knäuelartig aufgewickelt.

Man sieht einen schematischen Querschnitt durch die Haut mit der Darstellung der Schweißdrüsen.

Anatomie der Schweißdrüsen

Sowohl die ekkrinen Schweißdrüsen als auch die Duftdrüsen sind von einer dicken Trennschicht, der Basalmembran, umgeben. Beide Formen liegen in der Haut an der Grenze zwischen Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis). Während die ekkrinen Schweißdrüsen jedoch direkt zur Hautoberfläche führen, sind die Duftdrüsen wie die Talgdrüsen mit den Haarfollikeln verbunden und geben über diese ihr Sekret ab.

Die ekkrinen Schweißdrüsen sind die eigentlichen Schweißdrüsen. Sie geben ihrem Namen entsprechend das Sekret ab, das wir als Schweiß kennen. Schweiß ist salzhaltig, hat eine dünnflüssige Konsistenz und einen schwach sauren pH-Wert (pH 4,5). Schweiß ist vor allem für die Temperaturregulation des Körpers wichtig, trägt aber auch zum Säureschutzmantel der Haut bei.

Im Schweiß der ekkrinen Schweißdrüsen findet man außerdem Stoffe, die der Immunabwehr dienen. Diese wirken gegen Bakterien und Pilze und helfen so dabei, eine übermäßige Besiedelung der Haut durch Keime zu verhindern beziehungsweise die natürliche Hautflora zu regulieren.

Zwischen der Basalmembran und den Zellen der Schweißdrüsen liegen zahlreiche Muskelzellen der sogenannten glatten Muskulatur, die zur Abgabe des Schweißsekrets beitragen. Glatte Muskulatur lässt sich nicht willkürlich steuern, sie wird – und dadurch auch die Schweißdrüsen – durch das vegetative Nervensystem reguliert.

Bereits bei der Geburt besitzt ein neugeborener Mensch Schweißdrüsen, allerdings sind diese nicht von Anfang an funktionsfähig. Erst etwa ab der zweiten Lebenswoche beginnen die Schweißdrüsen bei einem Neugeborenen zu arbeiten.


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