Die Schweißdrüsen: Duftdrüsen (apokrine Schweißdrüsen)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (19. Juni 2012)

Eine spezielle Form der Schweißdrüsen sind die apokrinen Schweißdrüsen (Glandulae sudoriferae apocrinae), die sogenannten Duftdrüsen.

Auch die Duftdrüsen sind unverzweigte, röhrenförmige Einzeldrüsen. Allerdings treten sie nicht am ganzen Körper auf, sondern nur in bestimmten behaarten Hautgebieten (Achselhöhlen, Brustwarzen, Genital- und Analbereich). Duftdrüsen liegen im Unterhautfettgewebe und stehen in enger Beziehung zu den Haarfollikeln, in deren Ausführungsgänge sie münden. Das Sekret der Duftdrüsen gelangt am Haarschaft entlang auf die Hautoberfläche und vermischt sich auf diesem Weg mit Talg, der ebenfalls am Haarschaft abgegeben wird.

Duftdrüsen sind nicht von Geburt an aktiv – erst mit der Pubertät, wenn die Geschlechtsreife eintritt, nehmen sie ihre Arbeit auf. Duftdrüsen schütten vor allem als Reaktion auf emotionale Reize (wie Wut, Schmerz, Angst, sexuelle Reaktionen) – aber auch als Reaktion auf Sexualhormone – Duftstoffe mit pheromonähnlicher Wirkung aus. Pheromone sind Moleküle (wie z.B. Sexuallockstoffe), die Lebewesen einen Informationsaustausch auf biochemischer Ebene erlauben.

Über die genaue Funktion der Duftdrüsen weiß man jedoch immer noch wenig. Experten vermuten, dass diese spezielle Form der Schweißdrüsen ein Überbleibsel aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen ist.