Die Schulter: Schultergelenk (Articulatio humeri)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (21. Juni 2011)

Das Schultergelenk (Articulatio humeri) ist ein Kugelgelenk. Es besteht aus dem Oberarmkopf und der Schulterpfanne. Die Gelenkpfanne des Schultergelenks ist deutlich größer (4:1) als der Gelenkkopf, wodurch das Gelenk eine besonders große Bewegungsfreiheit gewährt. Allerdings wird das Schultergelenk hierdurch auch instabiler und anfälliger für Beschwerden wie Auskugeln oder Ausrenken.

Sowohl die Schulterpfanne als auch der Oberarmkopf sind von Gelenkknorpel überzogen. Außerdem bildet die Schulterkapsel kontinuierlich Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit), um das Gelenk geschmeidig zu halten. Durch Verschleiß oder Infektionen können Beschwerden auftreten, die bis zur Zerstörung des Gelenks führen können.

Eine schematische Darstellung eines Schultergelenks von vorne.

Rechte Schulter von vorne

Über dem Schultergelenk befinden sich zwei knöcherne Ausziehungen:

  • die Schulterhöhe (Acromion) und
  • der Rabenschnabelfortsatz (Processus coracoideus).

Sie bilden Ansatzpunkte für verschiedene Bänder, welche unter anderem das Schlüsselbein stabilisieren. Vom Schulterdach ausgehend zieht sich ein Band (Ligamentum coracoacromiale) zum Rabenbein. Gemeinsam mit der Schulterhöhe und dem Rabenschnabelfortsatz bildet dieses Band das sogenannte Schulterdach (Fornix humeri). Einklemmungen von Muskulatur oder Sehnen zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf können zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen (Impingementsyndrom).

Eine schematische Darstellung eines Schultergelenks von hinten.

Rechte Schulter von hinten