Die Schilddrüse: Die Nebenschilddrüsen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (05. November 2015)

Als Nebenschilddrüsen (Glandulae parathyroideae) bezeichnen Mediziner vier linsengroße Organe, die auf der Rückseite der Schilddrüse (Glandula thyroidea) liegen. Ein anderer Name für die Nebenschilddrüsen lautet Epithelkörperchen.

Die Nebenschilddrüsen produzieren ebenfalls ein Hormon: das Parathormon (Parathyrin, PTH). Parathormon ist wichtig für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Es wirkt regulierend auf den Calciumspiegel im Blut, indem es unter anderem bei Bedarf Calcium aus den Knochen lösen kann, um den Calciumspiegel zu erhöhen.

Grafische Darstellung der Nebenschilddrüsen. © LifeART image/2001/ Lippncott Williams & Wilkins all rights rese

Schilddrüse (von hinten gesehen) mit Nebenschilddrüsen

Nebenschilddrüsenüberfunktion

Bei einer Nebenschilddrüsenüberfunktion produzieren die Nebenschilddrüsen zu viel Parathormon. In der Folge steigt der Calciumspiegel im Blut an, während der Phosphatspiegel sinkt. Das Calcium stammt dabei aus einem vermehrten Calciumabbau aus den Knochen, was auf Dauer die Knochen entmineralisieren und letztlich zu Osteoporose (Knochenschwund) führen kann.

Nebenschilddrüsenunterfunktion

Bei einer Nebenschilddrüsenunterfunktion bilden die Nebenschilddrüsen zu wenig Parathormon. Dadurch kommt es zu einem sehr niedrigen Calciumspiegel im Blut (Hypokalzämie), der zu einer Übererregbarkeit des Nervensystems führen kann. In der Folge können zum Beispiel Muskelkrämpfe auftreten.