Das Rückenmark – Brücke zwischen Kopf und Körper: Verletzungen des Rückenmarks

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. März 2014)

Das Rückenmarkgewebe ist zusammen mit dem Gewebe des Gehirns das empfindlichste des menschlichen Körpers. Zahlreiche wichtige Nervenbahnen, die die Funktion von Muskeln und Organen steuern, verlaufen über das Rückenmark. Deshalb können Verletzungen des Rückenmarks erhebliche Folgen nach sich ziehen.

So kann es zum Beispiel zu sogenannten schlaffen Lähmungen kommen, wenn ein peripherer Nerv auf seinem Weg zum Muskel durchtrennt wird. Auch wenn die Zellkörper der Vorderhörner zerstört werden – wie bei der Poliomyelitis (Kinderlähmung) durch das Poliovirus – kann eine schlaffe Lähmung auftreten. Durch die Zerstörung der Nervenbahnen ist die Nervenversorgung unterbrochen, sodass die Muskeln weich und schlaff werden und verkümmern.

Weitere Schädigungen können durch Unfälle oder Erkrankungen (z.B. Tumoren) entstehen. Wenn durch starke Gewalteinwirkung – wie zum Beispiel bei einem Verkehrsunfall oder einem Sturz beim Sport – Knochen brechen oder sich Wirbelkörper verschieben, können das im Wirbelkanal verlaufende Rückenmark und die dort befindlichen Nervenbahnen Schaden nehmen. Diese sich daraus ergebenden Störungen können von neurologischen Symptomen, wie zum Beispiel Sensibilitätstörungen in Armen und Beinen, bis hin zu einer Querschnittslähmung reichen.

Welche Folgen bei einer Querschnittslähmung auftreten, hängt davon ab, wie stark und in welcher Höhe das Rückenmark beschädigt wurde. Je höher im Rückenmark eine Schädigung auftritt, desto mehr Körperfunktionen sind von der Nervenversorgung abgeschnitten und desto mehr Körperbereiche sind gelähmt.