Die Nieren: Nierenrinde

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. Juni 2013)

Die Nierenrinde (Cortex renalis) ist die äußere Schicht der Niere und umgibt das im Inneren liegende Nierenmark. In der Nierenrinde liegen die Arbeitseinheiten der Niere, die sogenannten Nephrone.

In einer einzelnen Niere findet man etwa 1,2 Millionen Nephrone – sie bilden den Harn.

Nephrone

Ein einzelnes Nephron setzt sich zusammen aus

  • einem Nierenkörperchen (Corpusculum renale), an das sich
  • ein Nierenkanälchen (Tubulus renalis) anschließt.

Vom Nierenkanälchen liegt jedoch nur ein kleines Stück innerhalb der Nierenrinde – der überwiegende Teil liegt im Nierenmark.

Die Nierenkörperchen fungieren als Filtereinheit für das Blut: Jedes Nierenkörperchen besteht aus einem Gefäßknäuel (Glomerulus), dessen Blutgefäße über feine Poren verfügen, über welche die Abfallstoffe aus dem Blutplasma gefiltert werden. Anschließend fließt das gereinigte Filtrat über das Nierenkanälchen aus dem Nierenkörperchen ab. Jedes Gefäßknäuel ist dabei von einer Kapsel umgeben, der sogenannten Bowman-Kapsel.

In den Gefäßknäulen ist die Blutgefäßwand nur für bestimmte Blutbestandteile durchlässig. Blutzellen (rote und weiße Blutkörperchen) sowie große Eiweiße (Albumine und Globuline) können die Gefäßwand nicht durchschreiten – sie bleiben in den Gefäßen. Andere Stoffe passieren die Gefäßwände dagegen und werden weiter in die Nierenkanälchen geleitet, so zum Beispiel:

  • Glukose
  • Harnstoff
  • Elektrolyte
  • Wasser
  • anorganische und organische Ionen
  • Aminosäuren
  • kleine Eiweißmoleküle
  • Vitamine

Das Filtrat, das aus dem Nierenkörperchen in die Nierenkanälchen gelangt, bezeichnet man als Primärharn. Aus 1,2 bis 1,3 Liter Blut werden pro Minute auf diese Weise etwa 125 Milliliter Primärharn gefiltert. Dies entspricht fast 180 Litern pro Tag.