Muskeln: Bizeps, Trizeps & Co. : Bauchmuskeln

Veröffentlicht von: Till von Bracht (17. November 2014)

Die Bauchmuskeln des Menschen übernehmen zahlreiche Funktionen – häufig in Zusammenarbeit mit anderen Muskeln, wie beispielsweise der Rückenmuskulatur oder dem Zwerchfell.

Die Bauchmuskeln

  • stabilisieren den Oberkörper,
  • ermöglichen Bewegungen des Rumpfes (Drehung, Beugung und Seitwärtsneigung),
  • unterstützen die Atembewegungen und
  • erhöhen den Druck in der Bauchhöhle (sog Bauchpresse), was wiederum die Darm- und Blasenentleerung fördert.

Grundsätzlich lassen sich die Bauchmuskeln je nach Lage im Körper in drei unterschiedliche Muskelgruppen einteilen – man unterscheidet

  • den geraden vorderen Bauchmuskel,
  • die schrägen seitlichen Bauchmuskeln und
  • die tiefen hinteren Bauchmuskeln.

Der vordere Bauchmuskel (Musculus rectus abdominis) hat seinen Ursprung am unteren Ende des Brustbeins und am Knorpel der fünften bis siebten Rippe. Von dort verläuft der Muskel senkrecht nach unten und setzt am Schambein an. Insgesamt kann der vordere Bauchmuskel bis zu 40 Zentimeter lang, etwa 7 Zentimeter breit und bis zu einem Zentimeter dick werden.

Der vordere gerade Bauchmuskel weist eine Besonderheit auf: er ist durch drei bis vier horizontal verlaufende Zwischensehnen unterteilt. Bei gut ausgebildeter Muskulatur und kaum vorhandenem Unterhautfettgewebe kann man den Musculus rectus abdominis als den umgangssprachlich bezeichneten "Waschbrettbauch" erkennen.

Die tiefen hinteren Bauchmuskeln bestehen aus dem großen Lendenmuskel und dem quadratischen Lendenmuskel. Sie begrenzen die hintere Bauchwand und bilden eine Nische, in der die Niere eingelagert ist.

Eine grafische Darstellung der Bauchmuskeln. © Jupiterimages/iStockphoto

Zeichnen sich die vorderen Bauchmuskeln deutlich ab, spricht man umgangssprachlich auch von einem "Sixpack".

Seitliche Bauchmuskeln

Seitliche Bauchmuskeln werden beim Krafttraining häufig etwas vernachlässigt, da es für einen ausgeprägten Waschbrettbauch vor allem auf einen gut trainierten vorderen Bauchmuskel ankommt. Für die Stabilität des Oberkörpers und die Bewegungen des Rumpfes sind die seitlichen Bauchmuskeln jedoch ebenso wichtig wie der vordere.

Die seitlichen Bauchmuskeln liegen in drei Schichten übereinander. Die äußerste Schicht ist der sogenannte "Musculus obliquus externus abdominis" – zu Deutsch: äußerer schräger Bauchmuskel. Er verläuft von den Außenflächen der 5. bis 12.Rippe diagonal nach unten zur Mitte des Beckens.

Unter dem äußeren seitlichen Bauchmuskel liegt der sogenannte "Musculus obliquus internus abdominis" – auch innerer schräger Bauchmuskel genannt. Der innere seitliche Bauchmuskel entspringt am oberen Beckenrand, zieht fächerförmig nach vorn zur Vorderseite des Bauches und setzt an den unteren drei Rippen an. Die Muskelfasern der inneren und die der äußeren seitlichen Bauchmuskeln verlaufen somit rechtwinklig zueinander.

Die innerste Schicht der seitlichen Bauchmuskeln stellt der sogenannte quere Bauchmuskel (Musculus transversus abdominis) dar. Wie der Name schon sagt, verlaufen seine Muskelfasern quer – nahezu horizontal – in der seitlichen Bauchwand. Der quere Bauchmuskel fungiert als eine Art Gürtel, der für Stabilität sorgt und die Hauptlast der inneren Organe aufnimmt.

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