Die Milz: Milzschmerzen, vergrößerte Milz

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (27. März 2017)

Milzschmerzen

Milzschmerzen machen sich in der Regel im Unterbauch unterhalb des Bauchnabels bemerkbar. Manchmal strahlen sie auch in den Oberbauch oder den linken Schulterbereich aus.

Wenn die Milz Schmerzen bereitet, kann das verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel

  • einen Milzriss (Milzruptur), z.B. durch Sturz oder Schlag auf den Bauchraum bzw. die Milz,
  • einen Gefäßverschluss im Bereich der Milz (Milzinfarkt) oder
  • eine Entzündung der Milzkapsel (Perisplenitis).

Vergrößerte Milz

Ist die Milz tastbar, bedeutet das, dass sie durch eine Erkrankung vergrößert ist, zum Beispiel als Folge

Normalerweise lässt sich die Milz von außen nicht ertasten – bei bestimmten Erkrankungen kann sie jedoch (zum Teil stark) anschwellen. In der Regel sind das Erkrankungen, bei denen vermehrt Blut abgebaut wird, wie zum Beispiel bei Malaria. Im Falle einer Malaria schwillt die Milz bereits nach kurzer Zeit auf circa 2.000 bis 4.400 Gramm an.

Leben ohne Milz

Im Unterschied zu manch anderen Organen des Körpers ist die Milz zwar wichtig, aber nicht unbedingt lebensnotwendig. Denn bei einem Ausfall der Milz können andere Organe des Lymphsystems zusammen mit dem roten Knochenmark und der Leber ihre Funktion "übernehmen". Das heißt, auch wenn die Milz operativ entfernt werden muss (Splenektomie, z.B. nach Verletzungen oder bei Autoimmunkrankheiten wie Morbus Werlhof) oder Babys ohne Milz auf die Welt kommen, ist ein einigermaßen normales Leben für die Betroffenen möglich.

Da die Milz eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt, besteht für Menschen ohne Milz jedoch ein größeres Risiko für Infektionen, vor allem durch Bakterien wie Pneumokokken oder Haemophilus influenza. Wer operiert ist beziehungsweise ohne Milz leben muss, sollte daher auf Schutzimpfungen gegen Krankheitserreger, die sich häufig über das Blut im Körper verbreiten und zu weiteren Infektionen führen können, Wert legen (wie die Pneumokokken-Impfung). Krankheitszeichen wie Fieber sind unbedingt frühzeitig ärztlich abzuklären. Hierbei ist es wichtig, den Arzt über die fehlende Milz zu informieren, damit dieser die passenden Maßnahmen ergreifen kann.

Video: Splenektomie – Entfernung der Milz