Magensäure: Wann bildet sich Magensäure?

Veröffentlicht von: Wiebke Raue (11. August 2016)

Das Klappern von Besteck, der Anblick einer leckeren Mahlzeit oder der köstliche Geruch eines Essens – bestimmte Sinnesreize führen dazu, dass sich verstärkt Magensaft und somit auch Magensäure bildet (sog. nervöse Phase). Gesteuert wird dieser Prozess von einem Teil des vegetativen Nervensystems, dem Parasympathikus, der die Signale an den Magen weiterleitet.

Umgekehrt können andere Reize die Säureproduktion drosseln: Steht beispielsweise eine Prüfung unmittelbar bevor, liegt der Fokus auf etwas anderem als auf Nahrungsaufnahme. In diesem Fall hat der sogenannte Sympathikus des vegetativen Nervensystems das Ruder übernommen. Der Sympathikus befähigt den Menschen bei Belastungen dazu, geistig und körperlich aktiv zu werden – etwa, um die Prüfung zu bestehen.

Eine Frau riecht mit geschlossenen Augen an einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte. © Jupiterimages/Pixland

Schon Duft oder Anblick einer köstlichen Mahlzeit regen die Bildung von Magensäure an.

Die größte Menge Magensaft entsteht, wenn das Essen direkt mit der Magenschleimhaut in Kontakt kommt und sich die Magenwand dehnt (sog. lokale Phase). Die Magenschleimhaut gibt Stoffe wie das Hormon Gastrin ab, welche die Bildung von Magensaft auslösen. Nachts, wenn der Magen leer ist, ist die Säurebildung reduziert.

Aber auch im Zwölffingerdarm wird die Abgabe von Magensäure durch Hormone reguliert (sog. dünndarmbedingte Phase). Das Hormon Sekretin beispielsweise hemmt die Absonderung des Magensafts und verzögert die Magenentleerung. So gelangt nicht zu viel angedaute Nahrung auf einmal in den Dünndarm.

Sowohl bestimmte Sinnesreize als auch der Kontakt von Nahrung mit der Magenschleimhaut regen die Produktion von Magensäure an. Hormone im Zwölffingerdarm beeinflussen ebenfalls, wie viel Magensäure für die Verdauung zur Verfügung steht.