Der Magen: Magenschleimhaut

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (11. Mai 2015)

Die Magenschleimhaut schützt den Magen davor, sich durch den Kontakt zum sauren Magensaft selbst zu verdauen: Sie produziert eine Schleimschicht (bis zu 0,5 Millimeter dick), die den Magen komplett auskleidet. Die Magenschleimhaut sondert außerdem Bikarbonat (Hydogenkarbonat) ab, das ebenfalls dem Schutz des Magens dient. Denn das Bikarbonat sammelt sich in der Schleimschicht und schwächt die starke Säure des Magensafts deutlich ab.

Der Magensaft ist eine wässrige Flüssigkeit, die vor allem

  • Magensäure bzw. Salzsäure (pH-Wert 1,5 bis 2),
  • das Verdauungsenzym Pepsin,
  • den sog. Intrinsic-Faktor,
  • Schleim und
  • Bikarbonate enthält.

Die Magensaftproduktion wird durch Signale des Nervensystems, körpereigene Botenstoffe (Hormone, z.B. Gastrin) sowie lokale Einflüsse wie bestimmte Nahrungsmittel (z.B. Kaffee) gesteuert. Sie ist auch an den Füllungszustand des Magens gekoppelt. Wenn Nahrung in den Magen gelangt, werden größere Mengen Magensaft in den Magen abgegeben. Jeden Tag produziert die Magenschleimhaut zwei bis drei Liter Magensaft.

Die Bestandteile des Magensafts werden von den Magendrüsen produziert, die in kleinen Grübchen der Magenschleimhaut liegen. Die Magendrüsen haben eine längliche Form und setzen sich aus verschiedenen Zelltypen zusammen:

  • Nebenzellen,
  • Hauptzellen und
  • Belegzellen.
Illustration: Schnitt durch die Magenschleimhaut mit Darstellung der Magendrüsen.

Schematische Darstellung der Magendrüsen in der Magenschleimhaut

Nebenzellen

Die Nebenzellen sondern den magenschützenden Schleim ab. Sie sind vor allem im oberen Teil der Magendrüsen zu finden.

Hauptzellen

Hauptzellen findet man dagegen vor allem unten im Hauptteil der Drüsenschläuche. In den Hauptzellen entstehen sogenannte Pepsinogene. Pepsinogene sind eine inaktive Vorstufe des eiweißspaltenden Enzyms Pepsin, das für die Verdauung von Eiweißen benötigt wird. Erst der Kontakt mit der  aktiviert die Pepsinogene und wandelt sie in ihre aktive Form, das Pepsin, um. Auf diese Weise wird verhindert, dass Magendrüsen durch das Verdauungsenzym Schaden nehmen.

Belegzellen

Die Belegzellen (Parietalzellen) bilden die Magensäure (Salzsäure) sowie ein spezielles Eiweiß, den sogenannten Intrinsic-Faktor. Der Intrinsic-Faktor bindet sich im Magen an Vitamin B12 und schützt es vor einer frühzeitigen Verdauung im oberen Dünndarm. Auf diese Weise gelangt das Vitamin unbeschadet in den unteren Dünndarm, wo es die Dünndarmwand durchtritt und zur weiteren Verwertung mit dem Blut abtransportiert wird.

Der Name "Belegzellen" rührt daher, dass der Zellkörper der Belegzellen häufig so geformt ist, dass der vom Inneren der Drüsenschläuche wegweisende Teil die umliegenden Hauptzellen überragt und sie teils überlappt – sie also sozusagen "belegt".