Immunsystem: Aufbau: Unspezifische Immunabwehr

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. Dezember 2014)

Der Aufbau des Immunsystems gliedert sich in zwei Systeme mit unterschiedlichen Abwehrmechanismen: die unspezifische und die spezifische Immunabwehr. Die unspezifische Immunabwehr ist in der Lage, Fremdkörper und viele allgemein vorkommende Krankheitserreger bereits beim ersten Kontakt unschädlich zu machen. Daher bezeichnet man sie auch als angeborenes Immunsystem.

Das angeborene Immunsystem ist für die Bekämpfung bakterieller Infektionen von großer Bedeutung. Die unspezifische Immunabwehr verfügt über zelluläre und nicht-zelluläre (sog. humorale) Mechanismen:

  • Zelluläre Faktoren:
    Die unspezifische Immunabwehr setzt als Abwehrzellen bestimmte weiße Blutkörperchen ein, die den Erreger oder Fremdkörper aufnehmen und ihn verdauen: sogenannte Phagozyten oder auch Fresszellen. Zu den Fresszellen gehören neutrophile und eosinophile Granulozyten, Makrophagen (Riesenfresszellen) und Monozyten (Vorläufer der Makrophagen).
    Teilweise zählt man auch Lymphozyten, Mastzellen und Fibroblasten zu den Fresszellen: Sie nehmen zwar gelegentlich auch Fremdpartikel auf, verdauen diese aber nicht, sondern geben sie in Zellzwischenräume ab, wo die eigentlichen Fresszellen sie vernichten.
  • Humorale Faktoren:
    Neben Abwehrzellen nutzt die unspezifische Immunabwehr in Körperflüssigkeiten gelöste Substanzen (lat. humor = Flüssigkeit), die bakterientötend wirken. Dazu gehört das Enzym namens Lysozym, das in verschiedenen Körpersekreten wie Tränenflüssigkeit und Speichel enthalten ist und die Zellwand zahlreicher Bakterien angreift.
    Zudem umfasst das unspezifische Immunsystem das sogenannte Komplementsystem, ein von der Leber gebildetes Enzymsystem, das aus einer Gruppe von etwa 20 Bluteiweißkörpern besteht und zur Auflösung körperfremder Zellen führt. Darüber hinaus dienen auch sogenannte Interferone, die sich vorwiegend gegen Viren richten, als unspezifische humorale Immunabwehr.

Die unspezifische Immunabwehr setzt sich jedoch nicht nur aus humoralen und zellulären Mechanismen zusammen – es sind noch weitere unterstützende Faktoren am Aufbau des unspezifischen Immunsystems beteiligt: So bietet die gesunde Haut einen natürlichen Schutz vor dem Eindringen von Krankheitserregern. Magensaft vernichtet durch seinen hohen Säuregehalt Bakterien, die der Mensch mit der Nahrung aufnimmt. Krankheitserreger, die durch die Atemluft in die Luftwege geraten, bleiben dort am von der Schleimhaut gebildeten Schleim hängen. Der Schlag der Flimmerhaare schleust sie von dort aus dem Körper. Niesen oder Husten dienen dem gleichen Ziel.