Das Immunsystem: Definition

Veröffentlicht von: Astrid Clasen (30. November 2012)

Der Begriff Immunsystem (lat. immunis = frei, unberührt) bezeichnet per Definition das körpereigene Abwehrsystem zum Schutz des Körpers vor Erkrankungen. Es umfasst Organe, Zellen und Eiweißkörper, deren Funktion darin besteht, die körpereigene Struktur durch die Abwehr körperfremder Substanzen und Krankheitserreger wie Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilze zu erhalten.

Voraussetzung dafür ist, dass das Immunsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen unterscheiden kann, sodass im Normalfall keine Immunreaktion gegen den eigenen gesunden Körper erfolgt (sog. immunologische Toleranz). Allerdings ist es ebenfalls Aufgabe des Immunsystems, krankhafte körpereigene Zellen wie Tumorzellen zu erkennen und anzugreifen.

Eine grafische Darstellung von Grippeviren. © iStock

Mithilfe der spezifischen Immunabwehr kann der Körper verkapselte Bakterien und Viren bekämpfen.

Die im Lauf der stammesgeschichtlichen Entwicklung (Evolution) entstandene Immunabwehr des Körpers gliedert sich in zwei Hauptsysteme: Ein angeborenes, unspezifisches Immunsystem, das vor allem bei der Bekämpfung bakterieller Infektionen von grundlegender Bedeutung ist, und ein erworbenes, spezifisches Immunsystem, das sich gegen jeweils ganz bestimmte Krankheitserreger richtet. Mithilfe der spezifischen Immunabwehr kann der Körper verkapselte Bakterien und Viren bekämpfen, die eine in der Evolution schnell veränderbare Oberflächenstruktur besitzen. Die spezifischen und unspezifischen Abwehrmechanismen des Immunsystems sind eng miteinander vernetzt.