Das Herz: Herzschichten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (16. November 2016)

Das Herz ist von einem sogenannten Herzbeutel (Perikard) umgeben. Dieser bindegewebige Sack schützt das Herz und grenzt es von anderen Organen ab. Die Innenseite des Herzbeutels ist mit einem glatten Deckgewebe überzogen. Die Herzbewegungen erfolgen innerhalb des Herzbeutels, der gerade so eng anliegt, dass ein gewisser Bewegungsspielraum bleibt. Zwischen der Innenseite des Herzbeutels und der Herzaußenseite dient eine zell- und eiweißfrei Flüssigkeit (sog. seröse Flüssigkeit) als eine Art Gleitmittel und mindert so die Reibung, die durch Herzbewegung entsteht.

Das Herz selbst besteht von außen nach innen aus drei Herzwänden:

  • Epikard
  • Myokard
  • Endokard
Die Anatomie des Herzens

Schematische Darstellung des Herzens

Die äußere Herzwand nennt man Epikard, sie besteht aus einer glatten, fein strukturierten Gewebeschicht.

An die Innenseite des Epikards schmiegt sich eine Muskelschicht an: das Myokard. Die Dicke der Muskelschicht hängt davon ab, wie stark man den Herzmuskel beansprucht. Daher variiert die Muskeldicke beim Herzen von Mensch zu Mensch. Dennoch lässt sich in jedem Herz ein örtliches Verhältnis der Muskelstärke unterscheiden: In den Herz-Vorhöfen ist der Druck auf die Muskelschicht vergleichsweise niedrig. Daher ist der Muskel hier nur etwa 1 bis 3 Millimeter stark. Da der Druck in der rechten Herzkammer höher ist, finden sich dort Muskelstärken von 5 bis 10 Millimetern. Der kräftigste Muskel befindet sich mit 10 bis 30 Millimetern in der linken Herzkammer, da diese das Blut in den großen Körperkreislauf pumpen und somit den größten Druck aufbauen muss. Das Gleiche gilt auch für die Scheidewand zwischen linker und rechter Herzkammer.

Weiter in Richtung der Herzhöhle schmiegt sich an die Muskelschicht schließlich die innere Herzwand an: das Endokard. Sie hat eine feinfaserige Struktur und ist mit elastischem Bindegewebe überzogen. Die innere Herzwand trennt den Herzmuskel vom Hohlraum des Herzens. Die abschließende Deckschicht ist glatt und bietet dem Blutstrom dadurch möglichst wenig Widerstand.