Was ist ein Gen?: Proteinsynthese

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (28. Juli 2014)

Die Sequenz eines Gens führt zur Herstellung eines Proteins mit einer bestimmten Funktion. Die auf dem Gen gespeicherte Sequenzinformation wird im Rahmen der Proteinsynthese sozusagen in ein Protein übersetzt.

Dieser Übersetzungsvorgang vom Gen zum Protein beinhaltet zwei Schritte, die Transkription und die Translation. Der erste Schritt ist die Transkription. Dabei wird die Sequenz eines Gens abgelesen und eine Art Kopie erstellt, die sogenannte messenger-RNA (mRNA, Boten-RNA). Diese Kopie ist mit der Gensequenz fast identisch. Der einzige Unterschied ist, dass anstelle der Base Thymin (T) Uracil (U) eingebaut wird. Die in der mRNA vorkommenden Basen sind also A, C, G und U.

Der zweite Schritt ist die Translation, die Übersetzung der mRNA (Boten-RNA) in das Protein. Dabei wird die Sequenz der mRNA in den Ribosomen einer Zelle abgelesen und die Sequenzinformation in eine für das spätere Protein spezifische Aminosäurensequenz umgesetzt. Sind nach dem Ablesen der mRNA alle notwendigen Aminosäuren zu einer Kette verknüpft, ist das Protein komplett und die Proteinsynthese abgeschlossen.

Die DNA von Menschen ist in Chromosomen organisiert. Jeder Mensch besitzt einen doppelten Chromosomensatz, das heißt, jedes Gen ist doppelt vorhanden, kann aber in unterschiedlichen Ausprägungen vorliegen. Die unterschiedlichen Ausprägungen desselben Gens nennt man Allel. Meistens gibt es nur zwei Allele eines Gens, in selteneren Fällen können aber auch mehr als zwei vorkommen.

Ein Beispiel dafür ist die Erbinformation für die Augenfarbe, die je nach vorliegenden Allelen für blau, braun oder eine andere Farbe kodieren kann.