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Gallenblase: Auffangbecken für die Galle

Veröffentlicht von: Till von Bracht (27. Oktober 2015)

© iStock

Bei der Gallenblase handelt es sich um ein kleines birnenförmiges Hohlorgan, das sich unterhalb der Leber im rechten Oberbauch befindet. Der mittlere Teil der Gallenblase ist fest mit der Leber verwachsen.

Die Gallenblase hat eigentlich nur eine konkrete Funktion: Sie speichert zwischen den Mahlzeiten die in der Leber gebildeten Gallensäfte und gibt sie bei Bedarf in den Zwölffingerdarm ab. Die Gallenblase dient sozusagen als eine Art "Auffangbecken" für die Gallensäfte – sie selbst produziert keine Flüssigkeit.

Die in der Gallenblase gespeicherte Gallenflüssigkeit ist für die Verdauung äußerst wichtig – insbesondere für die Fettverdauung. Sobald man etwas gegessen hat, zieht sich die Gallenblase zusammen und drückt den Gallensaft über die Gallengänge in den Zwölffingerdarm. Dort zersetzt die Gallenflüssigkeit die Fette aus der Nahrung zu kleinen Tröpfchen, damit bestimmte Enzyme sie anschließend abbauen.

Die Gallenblase hilft also im Wesentlichen bei der Fettverdauung. Einige Menschen bezeichnen fälschlicherweise die Gallenblase selbst auch als Galle. Unter Galle versteht man jedoch genaugenommen die Gallensäfte.

Das Bild zeigt eine Illustration der inneren Organe des Menschen. Gekennzeichnet sind der Zwölffingerdarm, die Leber, die Gallenblase und der Magen. © Jupiterimages/iStockphoto

Die Gallenblase speichert die in der Leber gebildeten Gallensäfte und gibt sie nach einer Mahlzeit in den Zwölffingerdarm ab.

Die Leber bildet täglich etwa einen halben bis einen Liter gelbe Galle – man bezeichnet diese Flüssigkeit auch als Lebergalle. Da die Gallenblase jedoch nur etwa 50 bis 60 Milliliter Flüssigkeit aufnehmen kann, dickt die Gallenblase die Gallenflüssigkeit zur grünlichen Blasengalle ein

Die Hauptbestandteile der Galle sind:

  • Wasser,
  • Gallensäuren und Phospholipide (die eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielen),
  • Gallenfarbstoffe (z.B. Bilirubin) und
  • Cholesterin.

Dabei ist es wichtig, dass die einzelnen Bestandteile der Gallenflüssigkeit in einem richtigen Verhältnis zueinander stehen. Ist dieses Verhältnis gestört – etwa durch eine cholesterinreiche Ernährung oder durch eine Erkrankung – kann das Cholesterin verklumpen und es bilden sich Gallensteine.

Die Gallensteine sammeln sich zunächst in der Gallenblase, wo sie in der Regel noch keine Beschwerden verursachen. Erst wenn ein Steinchen in die engen Gallengänge geschwemmt wird und einen Gallengang versperrt, kommt es zu einer sehr schmerzhaften Gallenkolik. Dabei staut sich hinter dem Gallenstein die Gallenflüssigkeit an, was zu einer Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) führen kann. 

Funktion der Gallenblase
Die Gallenblase speichert die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit, dickt sie ein und gibt sie nach einer Mahlzeit in den Zwölffingerdarm ab. Die Gallenblase spielt eine wichtige Rolle in der Fettverdauung.

Gallenblase entfernen: ja oder nein?

Da die Gallensäfte in der Leber gebildet werden und nicht in der Gallenblase, ist ein Leben ohne Gallenblase problemlos möglich. Eine Entfernung der Gallenblase, Ärzte nennen dies eine Cholezystektomie, kann bei schmerzhaften Erkrankungen der Gallenblase sinnvoll sein – zum Beispiel

Es gibt zwei Arten von Operationen, um eine Gallenblase zu entfernen:

  1. die offene und
  2. die laparoskopische Gallenblasenentfernung.

In den letzten Jahren hat die Laparoskopie – das heißt der Arzt entfernt die Gallenblase minimal-invasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung – die offene Chirurgie weitestgehend abgelöst. Rund 95 Prozent aller Cholezystektomien erfolgen heutzutage laparoskopisch (d.h. ohne große Hautschnitte). 

Um laparoskopisch die Gallenblase zu entfernen, ist kein großer Eingriff nötig (sog. Schlüssellochchirurgie). Der Operateur macht ober- oder unterhalb des Bauchnabels einen etwa zwei Zentimeter langen Hautschnitt, durch den er ein optisches Instrument (Laparoskop) in die Bauchhöhle vorschiebt. Anschließend setzt der Arzt drei kleine Schnitte entlang des rechten Rippenbogens, um mit weiteren chirurgischen Instrumenten (z.B. Clipzange und Schere) die Gallenblase entfernen zu können.

Die laparoskopische Gallenblasenentfernung ist ein sicheres Verfahren – Komplikationen treten nur sehr selten auf. 

Nachdem Ärzte die Gallenblase entfernt haben, fehlt das Speicherorgan für die in der Leber produzierte Gallenflüssigkeit. Dadurch fließt ständig etwas Gallenflüssigkeit von der Leber in den Darm. Größere Mengen Galle können danach nicht mehr in den Darm abgegeben werden.

Wer ohne Gallenblase lebt, muss prinzipiell keine spezielle Diät halten. Dennoch ist es empfehlenswert, dass Betroffene nach einer Cholezystektomie fettreiche Mahlzeiten meiden, um Fettverdauungsproblemen vorzubeugen.


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