Gallenblase: Funktion der Gallenblase

Veröffentlicht von: Till von Bracht (27. Oktober 2015)

Die Gallenblase hat die Funktion, die zwischen den Mahlzeiten von der Leber produzierte Galle zu speichern, einzudicken und bei Bedarf in den Zwölffingerdarm abzugeben.

Die Leber produziert rund um die Uhr gelbe Lebergalle – täglich etwa 500 bis 1.000 Milliliter. Da der Körper die Gallensäfte nicht fortlaufend benötigt, hat die Gallenblase die Funktion, die vorrätigen Verdauungssäfte dann abzugeben, wenn es für die Verdauung nötig ist.

Die Gallenblase selbst kann jedoch nur etwa 50 bis 60 Milliliter Flüssigkeit fassen. Um dennoch so viel Galle aufnehmen zu können, wie der Körper für die Fettverdauung benötigt, dickt die Gallenblase die Gallenflüssigkeit ein. Die Schleimhautzellen an der Innenseite der Gallenblase entziehen dem Gallensaft Wasser, sodass die Konzentration der Galle steigt. Die Folge: Das Volumen der Gallenflüssigkeit verringert sich auf ein Zehntel.

Die Galle besteht hauptsächlich aus:

  • Wasser,
  • Gallensäuren und Phospholipiden (die eine wichtige Rolle im Fettstoffwechsel spielen),
  • Gallenfarbstoffen (z.B. Bilirubin) und
  • Cholesterin.

Aus der Gallenblase gelangt die Galle in den Zwölffingerdarm. Dort trifft sie auf die mit der Nahrung aufgenommenen Fette (z.B. Triglyceride, Cholesterin) und bereitet sie für die weitere Verdauung vor. Besonders die in der Gallenflüssigkeit enthaltenen Gallensäuren ermöglichen es, Fette zu verdauen. Wie geschieht das?

Die Gallensäuremoleküle sind an einem Ende wasserlöslich, an dem anderen fettlöslich. Wenn sie sich im Darm um die Fette aus der Nahrung lagern, weist ihr wasserlöslicher Teil nach außen. Es entstehen Fetttröpfchen, die man auch als Mizellen bezeichnet – sie sind für die Fettverdauung äußerst wichtig. Durch die wasserlösliche äußere Schicht der Mizellen gelangen die Nahrungsfette mithilfe der wässrigen Verdauungssäfte bis zur Dünndarmschleimhaut. Die Fette in den Mizellen können dort über die Darmwand ins Blut aufgenommen werden.

Nachdem die Gallensäuren ihre Funktion in der Fettverdauung erfüllt haben, gelangen sie fast vollständig ins Blut, in die Pfortader (Vene zwischen Verdauungsorganen wie dem Darm und der Leber) und von dort aus zurück zur Leber. Es besteht ein sogenannter "enterohepatischer Kreislauf" (entero = Darm, hepar = Leber). Durch diesen Kreislauf muss die Leber nur relativ wenig Galle neu produzieren – mehr als 90 Prozent der Gallensäfte gelangen über Rückresorption erneut in die Leber.