Gallenblase: Cholezystektomie (Gallenblase entfernen)

Veröffentlicht von: Till von Bracht (27. Oktober 2015)

Wer häufiger unter Gallenkoliken, Gallensteinen oder einer Gallenblasenentzündung leidet, für den kann eine Gallenblasenentfernung (sog. Cholezystektomie) sinnvoll sein. Die Gallenblase zu entfernen, ist heutzutage kein großer Eingriff und hinterlässt (wenn überhaupt) nur kleine Narben.

Die Cholezystektomie zählt bei Ärzten zu den Standardeingriffen – sie ist nur selten mit Komplikationen verbunden. Prinzipiell gibt es zwei Operationsmethoden, um die Gallenblase zu entfernen:

  • die konventionelle, offene Cholezystektomie und
  • die laparoskopische Cholezystektomie (Schlüssellochchirurgie).

Beide Operationsarten erfolgen in Vollnarkose. Die meisten Ärzte und Patienten bevorzugen die laparoskopische Cholezystektomie – etwa 95 Prozent aller Cholezystektomien erfolgen mittlerweile laparoskopisch. Im Gegensatz zur offenen Gallenblasenentfernung hinterlässt diese minimal-invasive Methode nur sehr kleine Narben. Darüber hinaus können die meisten Patienten bereits wenige Stunden oder maximal zwei bis drei Tage nach der laparoskopischen Cholezystektomie das Krankenhaus wieder verlassen.

Von einer laparoskopischen Cholezystektomie spricht man, wenn Ärzte im Rahmen einer Bauchspiegelung die Gallenblase entfernen. Hierfür ist kein großer Eingriff nötig – die Operation geschieht mithilfe der Schlüsselloch-Technik

Bei der Schlüssellochtechnik arbeiten Ärzte mit sehr kleinen, feinen Instrumenten. Zu Beginn der laparoskopischen Cholezystektomie erfolgt ein kleiner Hautschnitt am oberen Rand des Bauchnabels. Durch diese Öffnung schiebt der Chirurg eine kleine Nadel in den Bauchraum vor, um anschließend Kohlendioxid einströmen zu lassen. Der Bauch des Patienten wird sozusagen mit Kohlendioxid aufgepumpt, damit der Chirurg genügend Übersicht und Platz für die Spezialinstrumente hat.

Über den Einschnitt im Bauchnabel bringt der Arzt danach eine kleine Videokamera (Laparoskop) durch die Bauchdecke ein. So kann er auf einem Monitor beobachten, wie er die Gallenblase entfernt.

An drei Stellen im Ober- und Mittelbauch führt der Arzt über Einstiche kleine Röhrchen (sog. Trokare) in die Bauchdecke ein. Durch die Röhrchen schiebt er die Operationsinstrumente, die er für die Entfernung der Gallenblase benötigt.

Anschließend trennt der Arzt die Gallenblase von der Leber ab und zieht sie über den Zugang im Bereich des Bauchnabels oder unterhalb des Brustbeines heraus. Der Vorteil: Bei dieser sogenannten minimal-invasiven Technik fallen die Operationsschnitte deutlich kleiner aus. Nach der Entfernung der Gallenblase bleiben lediglich drei je ein Zentimeter lange Narben sichtbar. 

Single-Port-Operation

Alternativ kann die laparoskopische Cholezystektomie auch als sogenannte Single-Port-Operation erfolgen – mit der SILS-Technik. Die Abkürzung SILS (laparoskopische Operation mit nur einem Schnitt) steht für

  • single
  • incision
  • laparoscopic
  • surgery.

Bei der Single-Port-Laparoskopie entfernen Ärzte die Gallenblase über einen einzigen Hautschnitt im Bauchnabel – so entstehen keine sichtbaren Narben. Während bei der herkömmlichen laparoskopischen Cholezystektomie mehrere Hautschnitte im Ober- und Mittelbauch notwendig sind, erfolgt die Single-Port-Laparoskopie über einen einzigen Spezialzugang durch die Nabelöffnung.

Dazu schiebt der Arzt zunächst eine Kamera sowie zwei abwinkelbare Instrumente über ein Röhrchen im Bauchnabel (sog. SILS-Port) in die Bauchhöhle. Mit den Spezialinstrumenten kann der Arzt die Gallenblase fassen, von der Leber trennen und anschließend aus dem Bauchnabel herausziehen.

Ob diese Technik der herkömmlichen laparoskopischen Cholezystektomie überlegen ist, muss noch in entsprechenden Studien überprüft werden.

Bestehen bereits vor der Operation Komplikationen, beispielsweise bei einer Eiteransammlung in der Gallenblase oder bei starken Verwachsungen, erfolgt die Gallenblasenentfernung konventionell.

Bei einer konventionellen Cholezystektomie entfernen Ärzte die Gallenblase in einer offenen Operation. Dazu ist ein etwa zehn Zentimeter langer Hautschnitt entlang des rechten Rippenbogens nötig. Anschließend trennen Chirurgen die Gallenblase von der Leber und entfernen sie aus dem Körper.