Gallenblase: Anatomie der Gallenblase

Veröffentlicht von: Till von Bracht (27. Oktober 2015)

Die Gallenblase ähnelt bei leerem Magen einem kleinen birnenförmigen Sack, der an der Unterseite der Leber liegt. Der mittlere Teil der Gallenblase – der sogenannte Gallenblasenkörper – ist mit der Leber verwachsen. Diesen Teil der Leber bezeichnen Ärzte auch als Gallenblasenbett.

Die etwa 8 bis 12 Zentimeter lange und 3 bis 4 Zentimeter breite Gallenblase ist innen hohl und kann etwa 50 bis 60 Milliliter Galle speichern. Nach einer Mahlzeit zieht sich die Gallenblase zusammen und verändert so ihre Größe und Form.

Die Gallenblase lässt sich anatomisch in drei Abschnitte aufteilen:

  • die Grube (Fundus vesicae biliaris),
  • den Körper (Corpus vesicae biliaris) und
  • den Hals (Collum vesicae biliaris).

Den größten Teil der Gallenblase machen die Grube und der Körper aus – sie speichern die in der Leber gebildete Galle. Die Grube stellt das sackförmige Endstück der Gallenblase dar. Sie ragt unterhalb der Leber etwa um ein bis zwei Zentimeter heraus.

Das Bild zeigt eine grafische Darstellung der Gallengänge. © Jupiterimages/iStockphoto

Die Gallenblase ist fest mit der Leber verbunden.

Bei einigen Menschen ist die Grube der Gallenblase zur Seite abgeknickt – Ärzte sprechen dann von einer "phrygischen Mütze". Dieser Name ist auf eine speziell geformte Kopfbedeckung aus der Antike zurückzuführen. Die Mütze der Phryger hatte die Form eines Kegels mit nach vorn fallender rundlicher Spitze.

Diese Formveränderung führt prinzipiell nicht zu Beschwerden, allerdings erhöht sie das Risiko für Gallensteine.

Der Hals der Gallenblase verbindet den Gallenblasenkörper mit dem Ausgang der Gallenblase – dem sogenannten Gallenblasengang (Ductus cysticus). Dieser vereinigt sich mit dem aus der Leber kommenden Lebergallengang (Ductus hepaticus communis) zum Hauptgallengang (Ductus choledochus). Der Hauptgallengang mündet schließlich gemeinsam mit dem Gang der Bauchspeicheldrüse im Bereich der vaterschen Papille in den Zwölffingerdarm.

Die Wand der Gallenblase besteht aus drei Schichten:

  • Schleimhaut (Tunica mucosa),
  • Muskelschicht (Tunica muscularis) und
  • Bindegewebsschicht (Tunica adventitia).

Die Wände der Gallenblase sind extrem dehnbar. Diese Fähigkeit verdankt die Gallenblase ihrer stark gefalteten Schleimhaut.

Die Schleimhautzellen an der Innenseite der Gallenblase sind durch einen sogenannten Bürstensaum gekennzeichnet – das heißt, sie bestehen aus vielen kleinen Ausstülpungen (sog. Mikrovilli), die das Wasser aus der Galle ziehen. Diese Ausstülpungen vergrößern die innere Oberfläche der Gallenblase um ein Vielfaches – die Gallenblase kann so effizienter arbeiten.

Die mittlere Schicht der Gallenblasenwand bildet die Muskelschicht. Sie besteht aus glatter Muskulatur, die sich über die gesamte Gallenblase erstreckt. Nach einer Mahlzeit zieht sich die Muskulatur der Gallenblase zusammen, um die gespeicherte Gallenflüssigkeit in den Gallenblasengang und in den Zwölffingerdarm zu pressen.

Die äußere Schicht der Gallenblasenwand besteht aus Bindegewebe. Das Bindegewebe ist mit Fettzellen durchsetzt und schützt die darunter liegende Muskelschicht. Es ist fest mit der Innenseite des Bauchfells verwachsen.